Wildblumensäume

Eignung und Standortvoraussetzungen
Wildblumensäume sind blütenreiche Hochstaudenfluren, die in der Natur vor Gehölzkulissen (Wald, Feldhecke) oder entlang von Gewässern vorkommen. Als eher lineare Strukturen lassen sich Säume daher auch ideal im urbanen Bereich auf schmalen Streifen an oder vor Gebäuden, Mauern oder vor bzw. auch in und zwischen Hecken etablieren. Säume können sowohl in der Sonne, als auch im Halbschatten und Schatten, auf trockenen oder auch feuchten Standorten wachsen. Der Boden darf auch nahrhaft sein. Wildblumensäume haben eine Wuchshöhe von ca. 0,80 -1,40 m, teilweise deutlich darüber. 

Nutzen für die biologische Vielfalt
Ähnlich wie die Wiesen ist auch der Wildblumensaum ein vielschichtiger Lebensraum. Bis zu 1000 Pflanzenarten und bis zu 7000 Tierarten wurden in verschiedenen Heckensäumen festgestellt. Die auffälligen Blüten der Wildblumensäume erfreuen nicht nur Menschen, sondern auch zahlreiche Tagfalter, Wildbienen und Hummeln. Die in den Säumen häufig anzutreffenden Nachtfalterblumen wie Seifenkraut, Nachtkerze und Leimkräuter ziehen entsprechende nachtaktive Schmetterlinge an. Insbesondere samenfressende Vogelarten wie der Grünfink, Distelfink oder Stieglitz finden mit den Samen der distelartigen Wildblumen von Karde, Natternkopf und einen reich gedeckten Tisch. Auch die Samen von Flockenblumen, Wiesenwitwenblume und Malven sind für die Vogelwelt interessant. Die Blätter und Stängel der Saumpflanzen sind für v.a. Blattkäfer und Wanzen interessant. In den oft hohen Säumen finden auch zahlreiche Kleinsäuger Schutz und Unterschlupf. 

Kurze Baubeschreibung und Hinweise zu Bau- und Pflanzenmaterialien und Saatgut
Ein Saum lässt sich sehr gut als Hochstauden-Blühstreifen allein oder in Kombination mit Gehölzen auch als Zwischenbegrünung einer Hecke einsetzen, der bis zur Endgröße der Gehölzhecke die Sichtschutz- und ökologische Funktion erfüllt. Anfangs dominiert der Saum, nach einigen Jahren übernehmen die Gehölze mehr und mehr die Raumbildung. Als Untergrund eignet sich jeder Boden, der frei von Dauer- und Wurzelunkräutern ist. Eine besondere Humusauflage ist nicht erforderlich. Auch sehr magere Schotter- oder Sandböden können mit einem Saum angesät werden. Die Ansaatstärke beträgt ca. 2 g/m². Empfehlenswert ist neben einer Ansaat eine Initialpflanzung von 1-2 Stck. Stauden/m², damit bereits im 1. Jahr ein ansprechendes Blüherlebnis erzielt werden kann. Sehr gute Saummischungen sind Sylphe, Diane, Trockene und Feuchte Saummischung von Hof Berg-Garten (www.hof-berggarten.de) und Wärmeliebender Saum, Schattsaum, Schmetterlings- und Wildbienensaum  und der Bunte Saum von Rieger & Hofmann (www.rieger-hofmann.de). Sofern der Saum zwischen neu gepflanzte Gehölze gesät wurde, sollten diese mit einem Holzpflock gekennzeichnet werden, damit die Gehölze nicht versehentlich bei der Mahd beschädigt oder gar beseitigt werden.  

Pflege
Säume werden generell einmal im Jahr mit einer Sense oder Motorsense abgemäht und abgeräumt. Je nach Standort kann auch nur alle 2 Jahre gemäht werden.  Wegen der zahlreichen Samenstände als Winterfutter für Vögel sollte dies im zeitigen Frühjahr (März) erfolgen.    

Wildblumensäume Wildblumensäume

Wildblumensäume --

Bildunterschriften:

  1. Blumenhecke Sylphe im 2. Jahr (Kerstin Gruber) (1)
  2. Blumenhecke Sylphe im 2. Jahr (Kerstin Gruber) (2)
  3. Blumenhecke Sylphe im 2. Jahr (Kerstin Gruber)
  4. Blumenhecke Sylphe im 5. Jahr - die Gehölze werden größer (Kerstin Gruber)
  5. Bunter Saum 2. Jahr (Kerstin Lüchow)
  6. Bunter Saum im 1. Jahr (Rieger&Hofmann)
  7. Feldblumenmischung (Rieger&Hofmann)
  8. Hecke mit Wildblumensaum (Kerstin Gruber) (2)
  9. Hecke mit Wildblumensaum (Kerstin Gruber)
  10. Hoher Wildblumensaum (Reinhard Witt)
  11. Nachtviole (Kerstin Gruber)
  12. Natternkopf (Reinhard Witt)
  13. Raupen vom Grauen Mönch an Mehliger Königskerze (Kerstin Gruber)
  14. Schmetterlings- und Wildbienensaum (Rieger&Hofmann)
  15. Schmetterlings- und Wildbienensaum an einem Parkplatz (Kerstin Gruber) (1)
  16. Schmetterlings- und Wildbienensaum an einem Parkplatz (Kerstin Gruber) (2)
  17. Schmetterlings- und Wildbienensaum an einem Parkplatz (Kerstin Gruber)
  18. Wärmeliebender Saum im Privatgarten (Rieger&Hofmann)
  19. Wärmeliebender Saum in der freien Landschaft (Rieger&Hofmann)
  20. Wärmeliebender Saum Landschaft (Rieger&Hofmann)
  21. Wärmeliebender Saum vor einer Hecke (Kerstin Gruber)

Quellenverweis

Naturgartenmitglied Kerstin Gruber erstellte dieses Gestaltungsbeispiele im Rahmen des Projektes "Natur in graue Zonen", das vom Wissenschaftsladen Bonn e.V. durchgeführt und vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert wird. Weitere Förderer sind die Stiftung Lebendige Stadt und die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW. Informationen über dieses im Bundesprogramm Biologische Vielfalt laufende Vorhaben finden Sie auf der Projekthomepage www.natur-in-graue-zonen.de.

Text + Fotos: Landschaftsarchitektin Kerstin Gruber, www.gruber-freiraumplanung.de
Weitere Bildautoren: Rieger-Hofmann GmbH, Kerstin Lüchow und Reinhard Witt