Blumenkräuterrasen

Eignung und Standortvoraussetzungen
Blumenkräuterrasen ist eine artenreiche Alternative zu einer herkömmlichen Rasenfläche. Eine gelegentliche Benutzung durch Fußgänger ist wegen der mäßigen Trittfestigkeit und der niederwüchsigen Arten möglich. Er eignet sich auch als Gras- oder Grünweg. Der Blumenkräuterrasen braucht einen sonnigen oder halbschattigen Standort. Die Wuchshöhe einzelner Blumeninseln kann 50-70 cm hoch werden, ansonsten je nach Häufigkeit des Schnitts ca. 10-30 cm.

Nutzen für die biologische Vielfalt
Blumenrasen sind artenreiche Biotope, die zwischen einer hochwüchsigen Blumenwiese und dem artenarmen Zierrasen vermitteln. Neben heimischen Gräsern sind einige Blumenarten aus der Artengemeinschaft der Fett- und Magerweiden zu finden. Solche Wildblumen sind z.B. Schafgarbe, Günsel, Gänseblümchen, Wiesenschaumkraut, Wiesenflockenblume, Wiesenmargerite, Kleine Braunelle und Schlüsselblume. Wegen des relativ vielfältigen Blumenangebots können sich auch verschiedene Tiere ansiedeln. Z.B. Tagfalter, Wildbienen, Käfer. Auch Igel und Amseln suchen hier gerne nach Nahrung. Beispielhaft sei der Hornschotenklee genannt, der die wichtigste Nahrungspflanze der Raupen des Hauhechelbläulings ist.

Kurze Baubeschreibung und Hinweise zu Bau- und Pflanzenmaterialien und Saatgut
Blumenrasen kann sich bei entsprechendem Pflanzenpotential in der Umgebung im Verlaufe von mehreren Jahrzehnten aus ehemaligen Zierrasenflächen selbst entwickeln, wenn diese nicht gedüngt und chemisch behandelt worden sind. Er lässt sich aber auch auf jedem Gartenboden neu anlegen. Zuvor muss der vorhandene Pflanzenbestand durch mehrmaliges Umbrechen oder Vertikutieren gestört oder die Vegetationsschicht gar entfernt werden. Nach erfolgter Bodenlockerung wird das Saatgut aufgebracht und angewalzt, ähnlich wie bei der Anlage eines herkömmlichen Rasens. Ansaaten mit Blumenrasen entwickeln sich jedoch deutlich langsamer als herkömmliche Rasenansaaten. Eine dichte Narbe ist erst nach ca. 1-2 Jahren zu erwarten. Als Saatgut eignen sich die Wildpflanzenmischungen Blumenrasen Elfe Nr. 8 von Hof Berg-Garten (www.hof-berggarten.de) oder Blumenrasen Nr. 13 von Rieger&Hofmann www.rieger-hofmann.de.

Pflege
Je nach Bedarf kann der Blumenrasen 3-5 mal pro Jahr gemäht werden. Einzelne Inseln mit besonders attraktiven Arten können länger stehen gelassen werden. Bei längerer Standzeit und entsprechend höherem Aufwuchs ist die Mahd mit einer Sense erforderlich, ansonsten wird der Blumenrasen mit üblichen Rasenmähern gemäht. Das Mähgut sollte nach kurzer Trocknungszeit auf der Fläche abgeräumt werden, um weiteren Nährstoffeintrag zu vermeiden. Durch die Trocknung auf der Fläche können weitere Samen ausfallen. Sonstige rasenübliche Pflege wie Besandung, Düngung und Herbizideinsatz sowie Bewässerung kann und sollte unterbleiben. Im Anlagejahr ist evtl. eine Bewässerung notwendig.

Blumenkräuterrasen Blumenkräuterrasen

Blumenkräuterrasen --

Bildunterschriften:

  1. Blumenkräuterrasen mit gemähten Wegen (Kerstin Gruber) (1)
  2. Blumenkräuterrasen mit gemähten Wegen (Kerstin Gruber) (2)
  3. Blumenkräuterrasen mit Margeriten und Salbei (Kerstin Gruber)
  4. Blumenkräuterrasen Privatgarten (Kerstin Gruber)
  5. Blumenkräuterrasen mit Gänseblümchen (Kerstin Gruber)
  6. Mähen gerade noch mit dem Rasenmäher möglich (Reinhard Witt)

Quellenverweis

Naturgartenmitglied Kerstin Gruber erstellte dieses Gestaltungsbeispiele im Rahmen des Projektes "Natur in graue Zonen", das vom Wissenschaftsladen Bonn e.V. durchgeführt und vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert wird. Weitere Förderer sind die Stiftung Lebendige Stadt und die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW. Informationen über dieses im Bundesprogramm Biologische Vielfalt laufende Vorhaben finden Sie auf der Projekthomepage www.natur-in-graue-zonen.de.

Text + Fotos: Landschaftsarchitektin Kerstin Gruber, www.gruber-freiraumplanung.de
Weiterer Bildautor: Reinhard Witt