Laga Ingolstadt 2021

Im Spätherbst 2019 bis zum Frühjahr 2020 bot sich auf Anregung und mit großzügiger finanzieller Unterstützung durch das Bayerische Umweltministerium die einmalige Gelegenheit zum Bau eines 1.000 m² großen Naturgarten durch Franz Treffer, Naturgartenbauer und Vereinsmitglied aus Ingolstadt.

Dieser Garten lehnt sich an die Naturräume um Ingolstadt an – Lohe, Brenne, Aue. Er besteht aus verschiedensten  Elementen, Materialien und natürlich vielen heimischen und autochthonen Pflanzen.
Nachdem die Landesgartenschau in Ingolstadt letztes Jahr leider verschoben werden musste, soll sie in diesem Jahr vom 21. April bis 3. Oktober stattfinden. Dafür wird die gesamte Anlage dann umso schöner eingewachsen sein. Die Fotos vom Bau und dem ersten Sommer sprechen für sich!

Der Garten wird während der ganzen Ausstellungszeit von Franz Treffer gepflegt und an jedem Wochenende sind zwei Leute vom Ministerium vor Ort, um Fragen zu beantworten und Informationen zu geben.

Es ist sogar möglich, dass der Garten über die Dauer der Ausstellung hinaus bestehen bleibt, da er bereits in der Bauphase große Beachtung seitens der Stadt Ingolstadt erfuhr.

In dem Garten wird es zwei Pavillons geben, einer für eine Dauerausstellung „Leben braucht Vielfalt – Natur erfahren. Natur bewahren“, ein zweiter Pavillon steht interessierten Gruppen und Vereinen für Aktionen zur Verfügung.

 

Wir könnten hier Vorträge, Workshops und Infostände anbieten. Wir können aber auch an bestimmten Tagen Führungen durch den Garten machen. Hierzu wird uns  Franz Treffer vorab bei einer Führung den Garten erklären. Wer Interesse dazu hat und sich vorstellen kann, einen oder mehrere Führungen zu machen, soll sich bitte hierfür bei der Regiogruppe München melden.

Bitte macht Euch jetzt schon Gedanken, in welcher Form und in welchen Umfang Ihr Euch einbringen wollt.

Anhand der Rückmeldungen möchten wir eine Vorstellung davon bekommen, in welchem Umfang wir planen können.

Das Ministerium hat bereits einen Belegungsplan aufgestellt, der sich zügig füllt, so dass wir bald Tage mit unseren Angeboten festlegen sollten.

Alle, die sich an einem Tag vor Ort engagieren, erhalten eine Freikarte für die Landesgartenschau. Es ist auch möglich, zu zweit zu kommen, dann macht es sicher mehr Spaß!

Überlegt nicht lange und meldet Euch bitte bald. Nachdem wir weder für den Bau noch für die Pflege des Gartens Aufwand betreiben müssen, können wir uns nun voll darauf konzentrieren, den Besuchern das Thema Naturgarten nahezubringen und diese Gelegenheit sollten wir unbedingt nutzen!

 

Gespannte Grüße,

Rosi, Carmen und Franz

 
 
 
 

Erläuterungen zum Ausstellungsbeitrag des Umweltministeriums auf der Landesgartenschau in Ingolstadt 2020.

Gärten des Donautals und seiner näheren Umgebung-  in  Bezug auf  naturräumliche und geologische Besonderheiten.

 

Das Gesamtkonzept:

Naturlandschaft Ingolstädter Becken, Donau, Fluss, Flussdynamik, Entstehung der Naturräume, Flusslandschaft, z.B. Lohen, Brennen.  Auwald, angrenzend, Jura und Tertiäres Hügelland, Entwicklungsstadien, Sukzession, Bodenbildung, Topgrafie, Hügellandschaft. Kulturlandschaft, Gartenkultur, nachhaltige, regionale Gärten. 

Die kleinen Gartenbeispiele greifen die Besonderheiten des Ingolstädter Beckens in Bezug auf seine potentiell natürliche Vegetation, seine Morphologie und die Geologie des Untergrunds auf.

Neue Trends setzen, gegen wachsende Verfremdung der Gärten, Verlust von Artenvielfalt, Stadt und Umland, Einhalt gebieten, Wandlung schaffen im Bewusstsein des Menschen, biologische und ökologische Sichtweisen in den Gärten wiederspiegeln, Regionalität, Natürlichkeit, Bodenständigkeit, Nachhaltigkeit, Stoffkreisläufe im Garten, Wiederverwenden von Material, Biotopbausteine, autochtone, heimische Pflanzen. Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen im Garten.

Der Weg nach innen, entgegen dem Urzeigersinn im Gelände.

Gartenbeispiele, ganzheitliche Konzepte für Mensch und Natur.

 

  1. Landschaftliche Gärten

Der Auwald Garten

Vegetationsschicht aus Bäumen, Sträuchern, Kletterpflanzen, Staudensäume, Schatten, Licht, humoser Boden, Lohen- Landschaft,  Luftfeuchtigkeit, Vielfalt zwischen Schatten, Licht und Wasser. Sitzgelegenheit, Ruhe, Geborgenheit, Weichheit, Waldbaden,  Schutz, Kontemplation, Einheit, Frieden.

Achtsamkeit in Stille.

 

Der Lohengarten

Licht, wenig Schatten, Sukzession, Dynamik, Temperaturextreme, Nasskalt,  heiß und trocken, Trockenrasen, Flutmulden, wechselfeucht, heiß und nass,  Pionierpflanzen, Kies und Sand, Brache, Entwicklung.

  Achtsamkeit in stoischer Gelassenheit.

 

  1. Geologische Gärten

 

Der Granitgarten

Geologisch tief unter dem Donautal.

Vielfältige Baumaterialien, Tradition, Wegebau, Straßenbau, Gärten. Frostsicherheit, Beständigkeit, Härte. Andere Material- und Bodenentwicklung,  andere Diversität bei Bodenleben und Pflanzen. Seltenheit, Anders sein,

Achtsamkeit in Beständigkeit und Ausdauer.

 

Der Juragarten

Jura steht unmittelbar unter dem tertiären und postglazialen Kiesen des Donautals an.

Regionales Baumaterial, Tradition, Bauwerke, Stadtbild,  Heimat. Diversität in Flora und Fauna ist angepasst an den Naturraum.  Eingebunden sein, wohl fühlen, Fruchtbarkeit.

Achtsamkeit in Geborgenheit.

In allen vier Gärten soll eine kleine Gartensituation dargestellt werden, angepasst an das Thema.

Bodenbeläge, Mauern, Schüttungen für Insekten,  Steinhaufen, Totholz, Insektennistplätze, Hochbeet, Sitzgelegenheit, Einfriedung, Sichtschutz, Eingangssituation. Vielfalt für Pflanzen und Tiere.

 

Besonderheiten

Lohe: Temporär, wasserführende Mulde oder Rinne.

Brenne: Durch Flussdynamik entstandene, weiche Erhebung, dadurch trocken, warm, seltene Flora und Fauna im Au-Wald.

Einzelaspekte:

Wärmeliebender Hochstaudensaum

Ruderal - Fläche, Pionierstadium, Beginn der Bodenbildung und der Pflanzengesellschaften  

Artenreiche Wildstrauchhecke     

Offener Boden:  Vegetationsfreie Fläche, Schräge, Hügel oder Mulde, unterschiedliche Bodenbeschaffenheit, lehmig, sandig, steinig, felsig, Lebensraum für bodenbrütende Insekten.  

Steinhaufen, Steinpyramide:  Lebensraum für Kleinsäuger, Amphibien und Insekten.

Steinmauern: Lebensraum für Kleinsäuger, Amphibien und Insekten. 

Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse, Hornissen und  Wildbienen.

Hochbeet aus Granit und Juraplatten, Kräuter und  Gemüse

Vogeltränken aus Granit, Jura und Holz

Regenwasserversickerung in Lohengraben

Totholz, stehend oder liegend : Lebensraum für unterschiedliche Insekten

Eidechsen-Verbindungsstraße: lineare Kiesschüttung zur Vernetzung der Lebensräume auf dem Gelände.