Über den Naturgarten hinaus gelesen

Buchcover von Naturerkenntnis - Selbsterkenntnis

Eid, Ralph

Naturerkenntnis - Selbsterkenntnis

Verlag: Books on Demand GmbH
ISBN: 978-3-8370-0335-2
Seiten/Umfang: 128 Seiten
Erschienen: 2008
Preisinfo: 12,00 Euro

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Ausgehend von seinem persönlichen Weg zu diesem Thema und der (vermeintlich) einfachen Frage "Was ist das eigentlich - Natur?" möchte Naturgartenmitglied Ralph Eid dem Geheimnis des Lebens (bis in die Grenzbereiche) auf die Spur kommen. Übliche Denkweisen von Naturschützern und Naturfreunden werden kritisch hinterfragt. Mit seinen Ausführungen über Lebensprozesse versucht er den Anschluss zu finden an Albert Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. "In der Natur herrscht das Prinzip des Lebens. Leben ist immerfort in Bewegung, es strebt nach Entwicklung. Die Entwicklung ist dabei nicht auf Individuen beschränkt, sie kennzeichnet ebenso die verschiedenen Lebensgemeinschaften in der Natur und setzt sich in der gleichen Weise fort im Menschen und in der Entwicklung der menschlichen Gesellschaften." Dieses kleine Taschenbuch eröffnet dem Leser viele neue Blickwinkel. Man refklektiert beim Lesen immer wieder sein eigenes Naturverständnis und versucht am Ende für sich selbst die Fragezu beantworten, wie man mit der Natur verbunden ist und wie sich Gärten und Menschen gegenseitig beeinflussen.

Buchcover von Zehnmilliarden

Emmott, Stephen

Zehnmilliarden

Verlag: Suhrkamp Verlag
ISBN: 13: 978-3518423851
Seiten/Umfang: Gebundene Ausgabe: 206 Seiten
Erschienen: 2013, 3. Auflage
Preisinfo: 14,95 Euro

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S. Emmott ist Leiter des Microsoft Forschungslabors und lehrt in Oxford und Cambridge. In seinem Buch „Zehnmilliarden“ reiht er verständlich und in wissenschaftlicher Nüchternheit viele bekannte und neue planetare Zahlen und Entwicklungskurven aneinander. Er erklärt Zusammenhänge und weist eindringlich auf die Kollaps-Zonen unseres Planeten hin – stets verursacht durch uns. Jede Wenig-Satz-Seite ist dabei wie ein verbaler Sprengsatz, der die ständig steigende Fieberkurve unseres Planeten und die Stufen unserer Selbstabschaffung beschreibt. Emmott zeigt dringende Notwendigkeiten einzelner Kurskorrekturen auf, die er jedoch stets mit der nüchternen Feststellung kommentiert: „… aber wir werden es nicht tun.“ Das Buch ist nichts für Zartbesaitete. In radikaler Illusionslosigkeit hält es uns einen Spiegel vor, der uns wachrütteln und schlaflose Nächste bereiten müsste. Das Buch wühlt auf, ist fesselnd, entsetzlich einleuchtend und zwingt zu unbequemen Gedanken. Es ist gleichzeitig ein Dokument von Überforderung und Verantwortungslosigkeit vieler Erdenbewohner und von der Kurzsichtigkeit und Blindheit der politischen Führungen auf unserem Planeten. Man fragt sich, ob es nicht besser wäre, Hiobs-Wahrheiten gepaart mit Ausweglosigkeiten zu verschweigen, um das Restleben noch sorglos zu genießen, oder ob solche ungeschminkten, aber ehrlichen Darstellungen der Ausgangspunkt für radikales, aber notwendiges Anders-Handeln sein können. Das Buch endet mit der Frage des Autors an einen seiner scharfsinnigsten Mitarbeiter, was er denn angesichts der globalen Situation des Planeten tun würde, wenn er nur noch eine einzige Aktionsmöglichkeit hätte. Die Antwort lautete: „Ich würde meinem Sohn beibringen, wie man mit einem Gewehr umgeht.“ Ein aufwühlendes Buch über uns und unseren Umgang mit dem globalen Naturgarten „Erde“. Das Buch sollte zu einer Planeten-Gebrauchsanweisung für jeden Bürger und zu einer Pflichtlektüre für alle Mandatsträger aus Politik und Wirtschaft werden. Vorschlag: Der Buchtipp wird zu einem „Wandertipp“. Gebt ihn weiter und verbreitet ihn, wo immer ihr könnt. Siehe auch: VHS Löhne, Kurs 13224, Bedrohte Vielfalt (Biodiversität): global, national, lokal, privat

Buchcover von Gemeinwohl-Ökonomie

Felber, Christian

Gemeinwohl-Ökonomie

Verlag: Deuticke im Paul Zsolnay Velag
ISBN: 978-3-552-06137-8
Seiten/Umfang: Flexibler Einband, 160 Seiten
Erschienen: 2010, 1.Auflage
Preisinfo: 15,90 Euro
Das Wirtschaftsmodell der Zukunft
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Das neueste Werk des Attac-Mitbegründers und Lektors an der Wirtschaftsuniversität Wien, Christian Felber, räumt ganz frech mit dem Vorurteil auf, dass "Gemeinwohl" und "Wirtschaft" nicht im selben Universum existieren können. Die Vorschläge im Buch hat er gemeinsam mit einer Reihe von "Gutmensch-UnternehmerInne" erarbeitet, die in ihren Betrieben freiwillig nach diesen Gemeinwohlkriterien wirtschaften. Felbers Vision basiert auf einem marktwirtschaftlichen System, dessen Ziel aber nicht größtmöglichster Finanzgewinn, sondern größtmögliches Gemeinwohl ist. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen belohnen diejenigen Unternehmen, die besonders demokratisch, sozial und ökologisch agieren und mit anderen kooperieren, und bestrafen die Geier. Zur Bewertung und steuerlichen Einstufung dient die Gemeinwohlbilanz, in der die Berücksichtigung der verschiedenen Werte wie "Ökologische Nachhaltigkeit" oder "Solidarität" auf die verschiedenen Berührungsgruppen wie KundInnen, MitarbeiterInnen, LieferantInnen mit Punkten belohnt wird. Je mehr Punkte ein Unternehmen sammeln kann, umso mehr Erleichterungen erhält es. Statt "Fressen oder gefressen werden" lautet das Motto der neuen Ökonomie: "Leben und leben ermöglichen". Ein spannender Ansatz, ein überzeugendes Buch von einem Menschen, der seine Ideale auch tatsächlich lebt, und, keine Ahnung, wie er das macht, aber breite Akzeptanz und Begeisterung quer durch verschiedenste Bevölkerungsgruppen, von kirchennahen oder linken bis zu beamteten und wirtschaftsnahe erhält. Passt gut zu dem Kooperationsgedanken, der ohnehin die Reihen des Vereins durchweht. Illusion? Utopie? Träumerei? Christian Felber führte Ende September in der Zeitschrift "Format" ein Streitgespräch mit dem "Turbokapitalisten" Mirko Kovats, in Zuge dessen Kovats ihn entsetzt fragte "Wie weltfremd sind Sie denn?" Einen Monat später ging Kovats mit seiner Firma A-Tec Industries in Konkurs. Weitere Bücher von Christian Felber, nach deren Lektüre man das Motto von Attac: "Eine andere Welt ist möglich" gerne glaubt: "Kooperation statt Konkurrenz" (2009) "Neue Werte für die Wirtschaft" (2008), "50 Vorschläge für eine gerechtere Welt" (2006). Für uns auch sehr interessant der Artikel "Versuch zu einer ökologischen Spiritualität", der auf seiner Homepage www.christian-felber.at unter "mehr" nachzulesen ist.

Buchcover von 1000 € für jeden

Götz, Prof. Werner / Goehler, Adrienne

1000 € für jeden

Verlag: Econ Verlag in Ullstein Buchverlage GmbH Berlin
ISBN: 978-3430201087
Seiten/Umfang: Broschiert: 265 Seiten, Sprache: Deutsch
Erschienen: 2010
Preisinfo: 18,00 Euro

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"Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe." Diesen Satz von Götz Werner aus dem Buch "1000 Euro für jeden - Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen" habe ich für dieses Jahr zu meinem Leitsatz auserkoren und er wird es wohl auch noch über diesen Zeitraum hinaus bleiben. Die Idee von einem bedingungslosen Grundeinkommen ist nicht neu und wurde/wird sogar schon räumlich begrenzt erprobt. Leider passiert/e das bisher auch nur zeitlich begrenzt und fand bisher trotz der positiven Entwicklung, die sich während der Probezeit ergab, keine Ausweitung auf andere Regionen. Woran liegt das? Was gut ist, hat sich noch nie von heute auf morgen durchgesetzt. Tief verwurzelte Denkmuster und -strukturen zu verändern oder ganz aufzulösen, hat den einzelnen Vorreitern schon immer viel Mut, enorme Geduld und extremes Durchhaltevermögen abverlangt. In dem Film von Enno Schmidt und Daniel Häni "Grundeinkommen - ein Kulturimpuls" ist das sehr schön dargestellt. Werner Simon und ich zeigten den Film auf den diesjährigen Naturgartentagen interessierten Teilnehmern und ernteten Neugierde und Lust auf mehr. Das hat uns sehr gefreut. Deshalb an dieser Stelle meine Empfehlung des oben bereits erwähnten Buches von Götz Werner und Adrienne Goehler, in dem man viele Antworten auf Fragen bekommt, die einem in diesem Zusammenhang immer wieder begegnen. Das Buch kostet 18,00 Euro und ist bei ECON erschienen. Quasi kostenlos kann man sich aber auch im Internet über das Grundeinkommen informieren. Hier ist der Link zum Film für alle, die sagten: "den müsste man sich mehrmals anschauen." www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/videos-grundeinkommen.htm Er sei natürlich auch allen ans Herz gelegt, die ihn bisher noch nicht gesehen haben und nun ein bisschen neugierig geworden sind.

Buchcover von Wetter & Klimaphänomene

Häckel, Hans

Wetter & Klimaphänomene

Verlag: Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart
ISBN: 978-3-8001-5414-2
Seiten/Umfang: 336 Seiten, 315 Farbfotos, 49 Zeichnungen
Erschienen: 2007, 2. überarbeitete Auflage
Preisinfo: 19,90 Euro

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Hans Häckel beschreibt alltägliche und außergewöhnliche Naturerscheinungen, die fast überall in freier Natur und in unseren Naturgärten beobachtet werden können. Die Entstehung und Bedeutung von mehr als 300 Wettererscheinungen (z.B. Nebel, Wolken, Blitz, Regenbogen, Wind, Schnee und Eis) werden in diesem Buch gut verständlich erklärt und durch viele schöne Fotos und Zeichnungen ergänzt. Auch mögliche Klimaänderungen, die sich in Phänomenen wie Gletscherschwund, Hitzewellen, Stürmen oder Hochwassern äußern, werden hier aufgegriffen. Physikalische und meteorologische Fachbegriffe dominieren nicht, sondern fließen fast nebenbei in die Kapitel mit ein. Das Buch ist angenehm zu lesen und gut als Nachschlagewerk verwendbar. Im Gegensatz zu vielen Internetseiten liegt diesem Buch fundiertes Fachwissen zugrunde: Der Autor arbeitet als Honorarprofessor für Agrarmeteorologie an der TU München-Weihenstephan und war Leiter der Agrarmeteorologischen Forschungsstelle des Deutschen Wetterdienstes in Weihenstephan. Dieser Naturführer schließt eine Lücke im Bücherregal und beantwortet einmal jenseits von Flora und Fauna unsere Fragen zu kleinen und großen Naturwundern.

Buchcover von Wir sind der Wandel

Hawken, Paul

Wir sind der Wandel

Verlag: Hans-Nietsch-Verlag
ISBN: 978-3-939570-90-5
Seiten/Umfang:
Erschienen: 2010
Preisinfo: 19,90 Euro

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In seinem Buch "Wir sind der Wandel - warum die Rettung der Erde bereits voll im Gang ist -; und kaum einer es bemerkt" beschreibt Paul Hawken das Phänomen, dass sich zum einen die Zerstörung der Natur, der unwiderrufliche Aufbrauch der natürlichen Ressourcen in immer schnellerem Tempo vollzieht und auf der anderen Seite sich eine Jahrzehnte nicht wahrgenommene Bewegung auf den Weg gemacht hat. Er berichtet in chronologischer Abfolge über die Entstehung der ersten Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen, geht auf die Unzertrennbarkeit von der Humansozialität und Ökologie ein und weist immer wieder auf die dabei so wichtige, aber genau so oft verschwiegene Bedeutung der indigenen Völker hin. Er beschreibt die Rolle der mit Privilegien ausgestatteten Unternehmen, die Auswirkungen dieser Verbindung von Kommerz und Naturschutz. Die Globalisierung lässt dabei die Unterschiede zwischen US-amerikanischen und europäischen Entwicklungen schwinden. Die Geschehnisse sind örtlich und zeitlich verschieden, die wirkenden Mechanismen sind nahezu gleich, ihre Wirkungen global. Er berichtet über die Entstehung eines unorganisierten und damit unfassbaren, aber dennoch effektiven Widerstandes gegen die Zerstörung der Natur, den Niedergang der Lebensgrundlage für das Menschsein, humanerer Arbeits- und Lebensbedingungen. Hawken schätzt, dass derzeit weltweit mehr als 2 Millionen Organisationen existieren, die sich für ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit einsetzen. "diese Bewegung unterscheidet sich von herkömmlichen Bewegungen dadurch, dass sie immer mehr als weltweite humanitäre Bewegung in Erscheinung tritt, die sich von unten nach oben organisiert. Es handelt sich hierbei um die größte soziale Bewegung in der Geschichte der Menschheit." Er misst den "GrasWurzelBewegungen" etwas Körperliches, Organisches zu und nennt es "Immunsystem der Erde, das auf alles reagiert, was nicht im Einklang mit den natürlichen Lebensgesetzen steht." Er gibt den Menschen eine Weisung an die Hand: "vom Leben lernen und die Welt wieder von unten nach oben neu errichten, und zwar entsprechend den grundlegenden Prinzipien von Gerechtigkeit und Ökologie." Entsprechend dem Titel des Buches gibt er Hoffnung auf eine zukünftige positive Entwicklung, "weil Menschen aus Überzeugung und mit Fantasie handeln, anstatt nur darüber zu klagen, dass man eh nichts tun kann." Alles in allem ein lesenswertes Buch, das geschichtlichen und kulturellen Einblick vermittelt und zugleich situationsrealistischen Mut macht, gleich damit anzufangen: NaturNahMenschSein und MitBauenLassen!

Buchcover von Arbeit gesucht - auch ohne Bezahlung

Kinzler, Annelie

Arbeit gesucht - auch ohne Bezahlung

Verlag: IGU Initiative Grundeinkommen, Ulm
ISBN:
Seiten/Umfang: 312 Seiten
Erschienen: 2010
Preisinfo: 8,50 Euro
Ein Lesebuch zum bedingungslosen Grundeinkommen
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Die deutschen Sozialsysteme sind seit langem in der Krise. Von Zeit zu Zeit warnen Wissenschaftler, Journalisten, Verbände vor Alters-, Kinder-, Langzeitarmut und beklagen die Angst breiter bürgerlicher Schichten vor dem Absturz ins Prekariat. In diesem Zusammenhang wird die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) diskutiert. Das Buch von Götz Werner und Adrienne Göhler "1000 Euro für jeden" ist in Natur und Garten Heft 2/2011 ausführlich besprochen. Über vierzig Autoren beleuchten nun im vorliegenden Lesebuch den Hintergrund und die Auswirkungen eines solchen Grundeinkommens auf den Einzelnen und die Gesellschaft sowie auf Wirtschaft und Staat. Das Buch ist somit ein Mosaik von Beiträgen, das unsere ökologische, soziale und ökonomische Situation und deren Veränderung mit Hilfe eines bedingungslosen Grundeinkommens aufzeigt. Das BGE spielt dabei eine wichtige Rolle als Baustein für ein nachhaltiges Wirt-schaftssystem. Das Buch ist in 10 Kapitel gegliedert. Jeder Aufsatz, dem eine kurze Ein-leitung vorausgeht, kann einzeln gelesen werden. Zur Auflockerung hat die Herausgeberin eine Prise Satire eingestreut, was dem Nachdenken ganz gut tut. Es wurde zusammengestellt, um "Freunden Argumentationshilfen zu geben und Skeptikern Zündstoff für die zu führende Debatte". Folgende Kapitel werden behandelt: Wir und die Bedingungslosigkeit. Wie wir so leben und wie wir gerne leben würden. Bildung, Gesundheit, Nachhaltigkeit. Was ist Arbeit. Politisches, Ökologisches, Ökonomisches, Philosophisches. Ein BGE ist finanzier- und realisierbar. Blicke über den Zaum. Risiken und Nebenwirkungen. Gedankensplitter. Das Allerletzte. nicht gewerblicher Bezug durch annelie.kinzler@web.de

Buchcover von Von New York lernen: Mit Stuhl, Tisch und Sonnenschirm

Lehmann-Reupert, Susanne

Von New York lernen: Mit Stuhl, Tisch und Sonnenschirm

Verlag: Hatje Cantz Verlag
ISBN: 13: 978-3775736688
Seiten/Umfang: Broschiert: 192 Seiten
Erschienen: 2013, 1. Auflage
Preisinfo: 16,80 Euro

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Was hat NY mit unserem geliebten Naturgarten zu tun? Auch dort, man schaue und staune, gibt es Gärten und Natur. Selbst in diesen Häuserschluchten lässt sich das zutiefst menschliche Bedürfnis nach Naturkontakt nicht verleugnen. „Guerilla Gardening“ hat ja seinen Ursprung in NY. Das Buch ist eine schöne Aufzählung diverser Grünprojekte, die meisten von Bürgerinitiativen ausgehend, aber auch engagierte Stadtangestellte inklusive Bürgermeister Michael Bloomberg hatten ihren Anteil an Grünprojekten. Herausragend der hochgelobte „Highline-Park“, aber auch Erwerbsgärtnereien auf Hochhausdächern, oder ein Deal mit Ikea lassen mich nur neidvoll seufzen. Ich vermute mal, dass bei uns irgendwelche §en den Großteil der Projekte einen stillen Tod hätten sterben lassen. Der Fokus im Buch liegt auf den Menschen, nicht auf Pflanzen oder Tieren, der Mensch soll sich in naturnahen Strukturen erholen können, das ist das Ziel. Ein bissl Lebensraum fällt aber auch für Biene und Co. ab. Jedenfalls macht das Buch Lust, wieder mal über den Naturgarten-Zaun zu blinzeln, und vielleicht sogar über den großen Teich zu reisen.

Buchcover von Gärtner. Der schönste Beruf der Welt

Leszko, Stefan

Gärtner. Der schönste Beruf der Welt

Verlag: Ulmer Verlag, Stuttgart
ISBN: 978-3-8001-7849-0
Seiten/Umfang: 96 Seiten
Erschienen: 2012
Preisinfo: 7,90 Euro

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Dem aufmerksamen Leser von Natur & Garten ist der Name Stefan Leszko vielleicht noch im Gedächtnis, denn der Inhaber der GalabauFirma "Ihr Wunschgarten" aus Unterpleichfeld in Unterfranken hat eine literarische Ader. Ab und zu haben wir darüber lachen dürfen, was der gestandene Praktiker zu Papier bringt. Seit 3 Jahren schreibt er nur seine Kolumne für DEGA Galabau, dem Magazin für den professionellen Garten- und Landschaftsbau. Sein hintersinniger Humor kam so gut an, dass der Ulmer Verlag daraus jetzt dies kleine Büchlein machte mit 40 Kurzgeschichten. Sie werden darüber genau so viel schmunzeln oder sich ärgern wie der Autor selbst. Denn Vieles teilen wir mit engagierten Nichtnaturgärtnern. Leider kam Stefan Leszko nur auf S. 46 auf sein Herzensthema, einen lebendigen Garten, den man auch einen Naturgarten nennen mag. Es heißt: "Mein Traum!" Denn solche baut er doch am liebsten!

Buchcover von Wie wir werden, was wir sind

Lipton, Bruce

Wie wir werden, was wir sind

Verlag:
ISBN: 9783867281041
Seiten/Umfang: DVD-Video
Erschienen: 2009
Preisinfo: 16,99 Euro

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In meiner pädagogischen Arbeit beschäftige ich mich seit langem mit der Fragestellung: Warum bin ich so, wie ich bin? Was hat mich zu dem Wesen gemacht, was ich heute darstelle? Es hat mich unzufrieden gemacht, dass vieles mit "den Genen" meiner Eltern begründet wurde. Ich stellte eine Forschung in Frage, die in wissenschaftlicher selektiver Arbeit und in isolierten Fragestellungen und Fachbereichen nach Lösungen sucht. So zu forschen entsprach nicht meinem Empfinden für ganzheitliche Arbeit. Die Arbeit von Bruce Lipton in der hier vorgestellten DVD jedoch zeigt aufgrund ihrer ganzheitlichen Betrachtung neue Fortschritte in der Zellwissenschaft. Die hier vorgestellten Erkenntnisse kündigen einen wichtigen Wendepunkt an - in der Wissenschaft und auch im menschlichen Bewusstsein. Für fast 50 Jahre nährte eine Zellwissenschaft die Illusion, dass unsere Gesundheit und unser Schicksal in unseren Genen programmiert worden sind. Lipton verdeutlicht, dass diese Annahme grundlegend anders ist. Er erklärt anschaulich, dass die "Programmierungen" durch unsere Eltern fundamentale Bedeutung für unsere Gesundheit, unser Verhalten, unsere Einstellungen und unsere Beziehungen haben! In seinem leicht verständlichen Vortrag erläutert der Zellbiologe und Pionier der prä- und perinatalen Entwicklung Dr. Bruce Lipton aus Sicht der neuen Wissenschaft den Mechanismus, durch den sich die Überzeugungen und Emotionen der Eltern auf die Entwicklung des genetischen Codes der Kinder auswirken. In vier Abschnitten seiner DVD, 1. Die neue Biologie, 2. Wahrnehmung kontrolliert Biologie, 3. Bewusstsein und Unterbewusstsein und 4. Bewusste Elternschaft erklärt er anschaulich mit einfachen Modellen, für Laien verständlich, wie prä- und perinatale Erfahrungen eine Art biologischer Vorgabe bilden, die alle späteren Gefühle und Einstellungen im Hinblick auf uns selbst, unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und unsere Verbindung zu Himmel und Erde bestimmen. So wird klar, dass nicht Gene Ursachen von Krankheiten und Auffälligkeiten sind, sondern die Einflüsse unserer Umwelt, welche VERHALTEN hervorbringen. Verhalten ist der Mechanismus, der Aktivität einer Zelle auslöst, so Lipton. Das Wissen um die Mechanismen kann uns davor bewahren, weiteren Schaden anzurichten; es hilft uns, jene Bereiche unseres Denkens und unseres Fühlens zu heilen, in denen wir selbst durch unsere Programmierungen eingeschränkt sind. Die Erkenntnisse Liptons sind auch auf die Flora und Fauna übertragbar, wie er belegt. Es ist daher für jeden Naturgärtner eine wichtige Lektüre, auch ohne Kinder

Buchcover von Alles fühlt

Weber, Andreas

Alles fühlt

Verlag: Berliner Taschenbuchverlag
ISBN: 978-3-8333-0423-1
Seiten/Umfang: 350 Seiten
Erschienen: 2008
Preisinfo: 9,90 Euro

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"Alles fühlt" ganz deutlich merke ich das etwa, wenn ich neben einem vorwurfsvollen Hundeblick eine Käsesemmel verspeise (Hunger, Neid) oder gar dem einen Hund etwas gebe und dem andern nicht (Ungerechtigkeit!) oder ein verletzter Vogel verzweifelt in meiner Hand flattert (Angst). Schräger wird es schon, wenn ich unabsichtlich auf eine Schnirkelschnecke trete und ihr mit diesem schrecklichen krachenden Geräusch das Leben beende: ihr Schmerz fährt mir in die Knochen und es tut mir Leid, sie ist ein Mitgeschöpf und hat mir nichts getan. Ebenso wenig, wie die Zimmerpflanze, deren Kopf ich brutal kappe, weil sie sich so unhübsch entlang der Decke windet: auch ihren Schmerz meine ich zu fühlen. Spinnerte Naturgärtnerin eben. Andreas Weber geht noch viel weiter und belegt seine Thesen auch: wir alle Lebewesen sind keine von Genen und Reflexen gesteuerte Maschinen, kein bloßes Ergebnis von Mutation und Selektion, sondern wir sind purer Lebensdurst. Er erklärt die schöpferische Ökologie, postuliert das erste Gesetz der Sehnsucht: "Alles, was lebt, will mehr Leben!" Unsere Gefühle erschaffen die Welt, wir sind Fleisch gewordener Lebenswille. So können wir ein Lebewesen nie verstehen wenn wir es zerlegen, sezieren, wie wir es mit so vielen leidensfähigen Kaninchen machen; wir sehen nur Einzelteile, nie das Ganze. Wirklich verstehen können wir nur, wenn wir es erfühlen. Und wir sind Natur, so wie alle anderen Wesen auch und somit sind sie ein Teil von uns. Alle Lebewesen spiegeln uns, bestätigen damit unsere Existenz. Wir alle sind miteinander verwoben, unsere Schicksale verknüpft. Wir brauchen die anderen zum Verstehen, zum Überleben, damit wir uns ganz und vollständig fühlen können. Mit jeder aussterbenden Art verlieren wir einen Teil von uns selbst. Vielleicht sind die vielen psychischen Krankheiten, an denen die "zivilisierte" Menschheit so leidet, Burnout, Depressionen, Borderline, einfach nur ein Ausdruck unserer Getrenntheit von einem wesentlichen Teil unser Selbst, der Natur. Auf diese Weise erfühlen wir wenigstens einen Teil des Leids, das wir Hominiden der Welt zufügen. Aber das ist jetzt nur meine These. Andreas Weber verknüpft nicht nur auf spannende Weise Biologie und Philosophie, ich liebe auch seine bildhafte poetische Sprache und die spannende Beschreibung seiner Erkenntnissuche. Ich werde mir auch gleich heute seine anderen Bücher bestellen. Beim Buchhändler meines Vertrauens natürlich, schließlich will ich ja weiterhin an verregneten Nachmittagen zwischen Bücherregalen herumschleichen, in realen Büchern blättern und ganz unvirtuell mit anderen Bibliophilen plaudern können. "Biokapital" und "Mehr Matsch!" von Andreas Weber stehen also auf meiner Liste. Wenn ich sie gelesen habe, seid Ihr die ersten, die das erfahren. Einen bücherreichen Herbst!

Buchcover von Naturschutz ohne Natur

Wohlleben, Peter

Naturschutz ohne Natur

Verlag: Wjs-Verlag
ISBN: 13: 978-3937989501
Seiten/Umfang: Gebundene Ausgabe: 149 Seiten, 20,4 x 12,6 x 1,8 cm
Erschienen: 2009, 1. Auflage
Preisinfo: 14,99 Euro

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Seit der Förster Peter Wohlleben freiwillig seine Beamtenstelle auf Lebenszeit gekündigt hat, hört er das unablässige Wiehern der forstwirtschaftlichen Amtsschimmel nur noch von ferne. Und er kann endlich schreiben, was ihm schon so lange auf der Seele brennt. Der Schutz der Regenwälder des Amazonas, auch gegen alle wirtschaftlichen Interessen, ist eine Forderung, die jeder von uns gerne unterstützt. Geht es dagegen um den Schutz unserer eigenen Wälder, scheitert dieses Vorhaben an einem Wall absurder Bürokratie und wirtschaftlicher Interessen. Das Konzept wäre einfach: Ein Schutz bestehender alter Buchenwälder, deren Verbreitung bereits unter 1% gesunken ist, und das Einstellen jeder Bewirtschaftung. Dadurch würde die natürliche Entwicklung in Mitteleuropa ihren Lauf nehmen, es wären auch später keine ständigen Pflege- und Schutzmaßnahmen erforderlich, das System trägt sich selbst. Stattdessen werden nach wie vor Fichtenäcker gepflanzt, die bei uns genauso natürlich sind wie Ölpalmenplantagen in Indonesien. Durch Fütterung und Hege durch die Jägerschaft haben die Rotwildbestände das Zehnfache ihrer normalen Bestände erreicht und verhindern durch Verbissschäden wirkungsvoll das Heranwachsen eines gesunden Mischwaldes. Die natürlichen Regulatoren in Form von Luchs, Bär und Wolf werden in teilweise geradezu lächerlicher Form verteufelt. Bis vor kurzem noch streng geschützte Kormorane und Graureiher dürfen wieder abgeschossen werden, um die Interessen der Anglerlobby zu gewährleisten. Zum Schutz des Haselhuhns werden so genannte „Haselhuhntaschen“ angelegt, kleine Kahlschläge in einem intakten Wald. Der sich dort entwickelnde Knospenreichtum soll für eine adäquate Ernährung des Haselhuhns sorgen. Kleine Restvorkommen können durch solche Maßnahmen aber nicht stabilisiert werden, die Knospen landen in der Regel lediglich im Magen von Rehen und Hirschen, zurück bleibt verbuschtes Grasland. Absurderweise sind solche Kahlschläge als Ausgleichsmaßnahmen für Kahlschläge bei Großprojekten genehmigt. Um die Schäden durch einen Kahlschlag auszugleichen, werden also weitere Kahlschläge in einem intakten Umfeld durchgeführt. Peter Wohlleben beschreibt eindringlich und fesselnd den Naturschutz (der in der Regel sowieso nur noch ein Schutz sekundärer Kulturlandschaften wie Heiden, Wiesen, Weinbergen, Brachen etc. ist) im Spannungsfeld zwischen Forstwirtschaft, Jägern, Anglern und Naturschützern.

Buchcover von Warum Regenwürmer nicht zuhören und Eichhörnchen schlecht einparken

Zippert, Hans

Warum Regenwürmer nicht zuhören und Eichhörnchen schlecht einparken

Verlag: Franckh-Kosmos Verlag
ISBN: 978-3-440-12191-7
Seiten/Umfang: 196 Seiten, gebundene Ausgabe, Hardcover mit Schutzumschlag
Erschienen: 2010, 1. Auflage
Preisinfo: 14,95 Euro

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Die Anlehnung an den Bestsellertitel von Allan und Barbara Pease ist unverkennbar. Wer aber nun tiefgründige Einblicke in das Seelenleben der Tiere erwartet, wird von diesem Buch unweigerlich enttäuscht sein. Es vermittelt keine biologischen Fakten und lässt den Leser ohne Hemmungen auf seinem bisherigen Wissensniveau zurück. Jede der vorgestellten Tierarten dient dem Autor als Ausgangspunkt, um sein erzählerisches Garn zu spinnen. Die Richtung seiner Gedanken ist dabei ähnlich vorhersehbar wie die Fortbewegung eines Flohs auf einer heißen Herdplatte. Bizarre Metaphern und herrliche absurde Assoziationen folgen Schlag auf Schlag. Immer wieder überrascht Hans Zipper den Leser mit seinen kreativen, humorvollen Zickzacksprüngen. Und dann passiert es! Sie lachen. Laut, herzlich und ohne die geringste Chance zur Gegenwehr. Fast auf jeder Seite streckt sie eine der heimtückischen Pointen meuchlings nieder. Sie werden sich bei der Lektüre königlich amüsieren und diese Fähigkeit besitzen nur sehr wenige Autoren. Dieses literarische Antidepressivum bietet 196 Seiten geistvolle Unterhaltung und lässt Sie die Natur mit völlig neuen Augen sehen.

Buchcover von Wagnis Wildnis

Zucchi, Herbert / Stegemann, Paul

Wagnis Wildnis

Verlag: Oekom Verlag, München
ISBN: 3-936581-65-7
Seiten/Umfang: 169 Seiten
Erschienen: 2006
Preisinfo: 27,90 Euro

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Wildnis ist ein Zauberwort. Es erweckt Ängste und Sehnsüchte. Wildnis, vom Menschen unberührte und ungestörte, sich selbst überlassene Natur, geht das überhaupt in Europa? Der Gedanke daran beginnt allmählich zu keimen und das Buch stellt die ersten Ideen dazu vor. Es beinhaltet die Vorträge einer Wildnistagung von 2005 und fragt sich etwa: Warum brauchen wir Wildnis? Die Vorträge beschäftigen sich mit der Akzeptanz, der Durchsetzung privater Wildnisgebiete, Naturentwicklungsgebieten in Brandenburg, mit dem Nationalpark Unteres Odertal oder dem Biebrza Nationalpark in Ostpolen. Das Buch zeigt Ansätze in Österreich, Schottland auf, bringt Wildnisschulen ins Gespräch. Vor allem aber demonstriert es der Wert von Wildnis für Kinder, der Wildnisgedanke als pädagogischer Ansatz. Ein kluges, gutes, weites Buch, dem große Verbreitung zu wünschen wäre und viel, viel Wildis!