Hinweis

Blühende Grünflächen am Beispiel der Gemeinde Haar bei München

Das Ortsbild bereichern - Pflegekosten senken

 

Die Gemeinde Haar begann vor 10 Jahren mit der Umgestaltung der ersten Grünfläche, einer Fettwiese, hin zu einer naturnahen Magerfläche, dem NaturSchauGarten. Diese etwa
1.500 m² große Fläche wurde zur Initialzündung für die Umgestaltung von Verkehrsbegleitgrün in unserer 20.000-Einwohnergemeinde. Unterstützt wurde das Umweltreferat von Anfang an durch Reinhard Witt.

Eine Ökokonto-Fläche bei ihrer Neuanlage (Michael von Ferrari)Eine Ökokonto-Fläche bei ihrer Neuanlage

Anfangs war diese Neugestaltung sehr umstritten. Von „Kieswüsten" war die Rede. Aber spätestens nach dem ersten Sommer verstummten die Kritiker. Blühende Magerflächen überzeugen.

 

Und so sah sie 2 Jahre später aus… (Michael von Ferrari)

 

Und so sah sie 2 Jahre später aus...

Seither wurden insgesamt 18 Flächen „abgespeckt", alles in allem
30.000 qm. Der Oberboden von 30 cm wurde entfernt und die darunter liegende Kiesschicht freigelegt, auf der anschließend das artenreiche Magerrasensaatgut ausgebracht wurde. Der wertvolle Oberboden wird, wo immer es möglich ist, nicht einfach entsorgt, sondern auf Haarer Ackerflächen ausgebracht, die so fruchtbarer werden.

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Straßen naturnah umgestaltet. Besonders bewährt hat sich dabei, bei Straßenneubauten und -sanierungen im Rahmen der Baumpflanzungen eine 20 cm starke Deckschicht aus Kies einzubringen und diese mit Magerrasensaatgut einzusäen.

 

Beispiel einer innerörtlichen Straße (Michael von Ferrari)Beispiel einer innerörtlichen Straße

Die Vorteile dieser Gestaltung liegen auf der Hand: Sieht man einmal von dem etwas erhöhten Aufwand bei der Neuanlage ab, da auch Kies eingebracht werden muss, so haben sich die etwas höheren Kosten spätestens nach einem Jahr amortisiert, denn:

Im Gegensatz zu normalen Grünflächen, in denen das Gras schnell wächst und diese gerade im innerörtlichen Bereich bis zu 10 Mal im Jahr gemäht werden müssen, genügt bei Magerflächen eine einmalige Mahd, die zudem in den für Bauhöfe weniger arbeitsintensiven Wintermonaten durchgeführt werden können.

Hier werden also enorme Kosten gespart und die Bauhofleute gewinnen Zeit für andere Arbeiten. Ökologisch und optisch wertvolle Gestaltung innerörtlicher Grünflächen, rechnet sich also.

Und die Bevölkerung weiß diese Art der Grünflächengestaltung mittlerweile sehr zu schätzen: Es sind Fälle bekannt geworden, wo Anwohner „ihre" Magerfläche vor Plünderern verteidigten, die Blumensträuße pflückten oder Pflanzen ausgruben, um sie für den heimischen Garten zu verwenden.

Auch bei Ortsverbindungsstraßen haben sich Magerrasenstreifen sehr bewährt. Sie werden zu einem blühenden Band, das sich durch die Gemeinde zieht.

Wiesensalbei und Wundklee säumen  (Michael von Ferrari)Wiesensalbei und Wundklee säumen viele Straßen Haars

Da die Pflege in den ersten beiden Jahren nach der Neuanlage extrem wichtig ist, werden unerwünschte Wildpflanzen wie der Breitblättrige Ampfer und Steinklee in den ersten Jahren konsequent entfernt.

Hervorragend bewährt haben sich dabei Pflegeeinsätze mit Haarer Schulklassen. Die Kinder und Jugendlichen sind oftmals froh, einmal nicht die Schulbank drücken zu müssen, sondern praktisch arbeiten zu können.

 

Die Klasse 5c nach einem erfolgreichen Arbeitseinsatz (Michael von Ferrari)

 

 

Die Klasse 5c nach einem erfolgreichen Arbeitseinsatz

 

Der Haarer NaturSchauGarten zeigt (Michael von Ferrari)

 

 

 

 

 

 

 

Der Haarer NaturSchauGarten zeigt sich im Juni von seiner schönsten Seite

 

Aus guten Gründen wird die Gemeinde Haar diesen Weg also konsequent weitergehen.

 

Bei den Naturgartentagen 2008 in Grünberg hat Michael von Ferrari einen Vortrag über die blühenden Grünflächen der Gemeinde Haar gehalten. Seine Präsentation können Sie noch einmal in Bildern und Stichworten im PDF-Format betrachten. Die Nutzung als Argumentationshilfe ist ausdrücklich erwünscht!

Vortrag (PDF-Format 10,5 MB) ansehen:

Das Ortsbild bereichern - Pflegekosten senken: Blühende Grünflächen am Beispiel der Gemeinde Haar bei München

 

Kontakt:
Michael von Ferrari

Gemeinde Haar
Umwelt und Abfallwirtschaft
Bahnhofstraße 7
85540 Haar
Tel.: 089-46002-312

ferrari@gemeinde-haar.de
www.gemeinde-haar.de


Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Unter Beachtung unserer Hinweise ist er zur Veröffentlichung frei gegeben.