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Sträucher und Hecken

Gabriele Pichler, A - Salzburg

Ziersträucher im Rasen und Hecken als Grundstücksbegrenzung sind heute beliebte Gartenelemente. Das gewichtigste Argument, hier einheimische Arten statt ausländischer und gezüchteter Varietäten zu wählen, ist wohl das Tierleben. Thujenhecken und Forsythien sind ökologisch wertlos, einheimische Sträucher beherbergen jedoch die meisten Tierarten aller im Garten möglichen Ökosysteme.

737061_0035_web2.jpgInsekten benützen Blüten, Blätter und Holz als Nahrungsquelle. Das dichte Gezweig ist für Vögel ein idealer Nistplatz und die reifen Beeren dienen ihnen als Winterfutter. Bodenbewohnende Kleintiere wie Laufkäfer, Blindschleichen und Igel suchen unter den Sträuchern Nahrung und Unterschlupf, Insekten fressende Tiere wie Spinnen, Vögel oder Fledermäuse gehen dort auf die Jagd. Einheimische Sträucher kommen außerdem billiger in der Anschaffung, benötigen weniger Pflege durch Schnitt, sind nicht schädlingsanfällig, benötigen keine Düngung und keinen Winterschutz.

 

 

Im Garten gibt es zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten mit Wildsträuchern:

Auf kleine Grundstücke oder Vorgärten passen nur einzelne Sträucher oder Buschgruppen. Man setzt sie seitlich von Hauseingängen oder hinter Sitzbänken. Vor den Kompostplatz im Gemüsegarten gehört zum Beispiel der Holunderbusch. Strauchgruppen in der Mitte des Grundstückes können kleine Gärten unterteilen, so dass sie optisch größer erscheinen. Auch in größeren Gärten wirken Wildsträuchergruppen sehr hübsch, die an Wegbiegungen oder anderen markanten Punkten dominieren.

Je mehr Gehölze beisammen stehen, desto besser erfüllen sie ihre Aufgabe als Refugium für Tiere. Wo immer nur Platz ist, sollte man daher eine wild wachsende Hecke pflanzen: als Grundstücksgrenze oder entlang von Wegen. Bei großem Platzangebot kann man auch eine zweireihige Wildhecke pflanzen.

737061_0036_web2.jpgWie man die Hecke gestaltet, hängt von der zur Verfügung stehenden Fläche ab. Zweireihige Hecken bieten größeren Sichtschutz und sind auch ökologisch wertvoller als nur einreihig gepflanzte. Am schönsten sind Wildhecken, wenn sie auch „wild“ aussehen: möglichst viele verschiedene Sträucher, unregelmäßig im Verlauf, mit darunter liegenden Steinhaufen, Baumstämmen und Reisighaufen als Unterschlupf für kleine Tiere. In mehr reihig gepflanzten Hecken haben auch kleinere Bäume in der Mitte Platz: Vogelbeere und Vogelkirsche – beliebtes Herbst- und Winterfutter für Vögel. In dichtem Brombeer- und anderem Gestrüpp unter der Hecke brüten gerne Mönchsgrasmücke und andere Bodenbrüter. Vor der Hecke – möglichst auf beiden Seiten, sollte ein Wildkräutersaum aus Blumen wachsen. Er sollte halb so breit sein wie die Hecke selbst. Einreihige Wildhecken werden so 2-3m, zweireihige 3-4m breit. Samen und Pflanzen dazu gibt es in Wildstaudengärtnereien.

Wildwachsende Hecken als Grundstücksgrenzen sind zwar ökologisch sehr wertvoll, haben jedoch nicht in jedem Garten Platz. Manchmal müssen es aus Platzgründen Schnitthecken sein. Es gibt eine Reihe schnittverträglicher, einheimischer Gehölze: Weißdorn, Kornelkirsche, Hainbuche oder Eibe. Schnitthecken werden sehr dicht gepflanzt: im Abstand von 20-30 cm und immer 3-5 Pflanzen nebeneinander. Auch hier gilt: möglichst viele verschiedene Arten. Schnitthecken müssen in der Wachstumsphase langsam aufgebaut werden, um dichten Wuchs zu erzeugen.

Als Grundstücksbegrenzung immer beliebter werden austriebsfähige Weidenflechtzäune, geradlinig oder rautenförmig verflochten. Man nehme dazu Ruten von Weidenarten, die mit trockeneren Verhältnissen zurechtkommen (Korbweide, Silberweide, Reifweide...) und verflechte 10-20 Ruten pro Laufmeter in einen Holzzaun aus Fichtenpfosten. Geradlinig verflochtene Weidenzäune benötigen waagrechte Stäbe als Flechthilfe. Die Ruten müssen 30cm in den Boden reichen, wozu ein Graben dieser Tiefe ausgestochen wurde. Dieser wird nach Beendigung der Arbeit mit kompostreicher Erde verfüllt, gut eingegossen und mit einer 7-9cm dicken Schicht aus Rinde, Stroh oder Grasschnitt 1/2m breit gemulcht. Die Ruten werden oben auf gleiche Höhe eingekürzt. Der Nachteil solcher Zäune ist ihre enorme Wuchskraft, sie müssen geschnitten und die neuen Ruten regelmäßig eingeflochten werden.

Die Auswahl der Gehölze hängt vom Standort ab. Zwei Drittel aller einheimischen Gehölze bevorzugen mageren Boden: das Pflanzloch wird Erde gefüllt, die zuvor mit Sand abgemagert wurde. Auch der PH-Wert und die Feuchtigkeit des Bodens sind von Bedeutung. Hundsrose oder Kornelkirsche brauchen viel Platz, für kleine Gärten oder für die niedrige Hecke am Wegrand eignen sich Seidelbast oder Ginsterarten. Sanddorn oder Bibernellrose sind reine Sonnenanbeter, Pfaffenhütchen oder Weißdorn können auch im Halbschatten gepflanzt werden.

 

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