Der Schattengarten als Erlebnisraum
Dieter Güthler, D- Schwabach
Heimische Gräser und Farne im naturnahen Grün
Die Einteilung des Schattengartens erfolgt im Hinblick auf die Bepflanzung in unterschiedliche Bereiche, je nach Lichteinfall und Bodenfeuchte.
Dabei wird unterschieden in:
- Halb- und Vollschatten als sog. Schlagschatten durch Gebäude, Mauern, Zäune. Diese Bereiche werden, mit Ausnahme von Dachüberständen, von den natürlichen Niederschlägen erreicht und weisen daher immer eine gewisse Bodenfeuchte auf.
- Halb- und Vollschatten durch Baumkronen und größere Gehölze. Diese Bereiche erhalten nur in der Zeit zwischen Laubfall und erneutem Laubaustrieb ausreichende Niederschläge. Unter immergrünen Nadelgehölzen ist es fast das ganze Jahr über trocken.
Die Pflanzenauswahl ist im Bereich des Halbschattens von Gebäuden am größten, besonders wenn der Bereich während der heißen Mittagsstunden im Schatten liegt. Am kleinsten ist die
Auswahl unter Bäumen mit dichtem Laubdach z.B. Roßkastanien.
Bei bereits vorhandenen Laubbäumen ist es fast nicht möglich, eine geschlossene Pflanzung anzulegen, da nach voller Entwicklung des Laubes sehr wenig Regen direkt auf den Boden dringt und die Baumwurzeln im Sommer das ganze Wasser aufsaugen. Auch eine zusätzliche Bewässerung bringt wenig Erfolg, es sei dann man kann so stark bewässern, dass es für Bäume und Stauden reicht. Hier ist es besser, wenn überhaupt eine Unterpflanzung gewollt ist, große Kübel aufzustellen und diese dann zu bewässern. Die Anlage eines Sitz- oder Ruheplatzes an dieser Stelle ist wesentlich entspannender.
Werden allerdings die Stauden und die Gehölze gleichzeitig gepflanzt kann ein dauerhaftes Nebeneinander erreicht werden, das sonst nicht möglich wäre. Im Falle der Schattenstauden scheitert dies jedoch meist am noch fehlenden Schatten.
Pflege der Pflanzungen
Die Pflanzung von Gräsern sollte immer im Frühjahr erfolgen, bei Pflanzen mit Topfballen ist es bis Anfang September möglich. Für Farne ist gleichfalls die Frühjahrspflanzung empfehlenswert. Beim Pflanzen die Topfballen gut lockern, bei den Gräsern die Ballenunterseite richtig auseinanderreißen. Im ersten Jahr ist zusätzliches Wässern wichtig.
Höhere Gräser, wie die Riesensegge, Waldschmiele und die Pfeifengräser brauchen ein gewisses Maß an direkter Sonnenstrahlung um einen schönen Wuchs zu erhalten.
Die Düngung ist abhängig von der Bodenart. Bei Sand kann man sehr gut mit Kompost arbeiten, im Lehm-Sandboden ist eine Düngung nicht notwendig. Bei Lehm- und Tonböden ist das Einarbeiten von Sand oder Splitt bis in 20 cm Tiefe empfehlenswert, in die obere Bodenschicht wird noch grobes organisches Material wie gehäckselte Zweige eingearbeitet. Bei der Verwendung von Rindenmulch und Holzhäcksel auf ausreichende Stickstoffzugabe achten, sonst können Mangelerscheinungen auftreten. Nach der Pflanzung erfordert die Pflege wenig Aufwand.
Die Gräser werden im Spätwinter zurückgeschnitten. Bei Auslesen bzw. Namenssorten sollte der Rückschnitt rechtzeitig vor dem Ausfallen der Samen erfolgen, um ein Vermischen der Sorten mit den Sämlingen zu vermeiden. Farne müssen nicht, können aber zurückgeschnitten werden. Abgefallenes Herbstlaub und Koniferennadeln kann man zwischen den Pflanzen liegen lassen und nur die Grasschöpfe im Frühling säubern um der Fäulnisgefahr vorzubeugen. Bei Beeten ohne natürlichem Laubanfall sollte man im Herbst sogar am Boden mit zusätzlichem Laub abdecken und mit grobem Kompost gegen Verwehen schützen.
Gräser bei Kranzbildung bzw. nachlassendem Wuchs teilen, Farne nur wenn man vermehren will. Die Triebköpfe von manchen Farnen , besonders Athyrium und Dryopteris wachsen mit der Zeit über die Oberfläche hinaus, diese kann man zusätzlich mit Laub und etwas Kompost anfüllen, es ist aber nicht unbedingt notwendig.
Vermehrung
Bei flächig wachsenden Arten erfolgt dies am einfachsten durch Abnehmen von Ausläufern bzw. Rhizomstücken.
Horstbildende Gräser und Farne werden vollständig ausgegraben, die Wurzelballen sollte man nach Möglichkeit etwas auswaschen um die neuen Triebspitzen bzw. -köpfe besser erkennen zu können.
Die Teilung erfolgt dann mit einem scharfem Messer oder, besonders bei dicht verwurzelten Ballen, auch mit einer feinzahnigen Fuchsschwanzsäge. Durchstechen mit den Spaten ist grober Unfug. Die Pflanzen werden dabei zu sehr verletzt.
Einen Sonderfall gibt es bei der Farnvermehrung: Der Hirschzungenfarn lässt sich über Blattstielstecklinge vermehren.
Wer größere Mengen Pflanzen braucht kann die Arten auch über Samen bzw. Sporen vermehren. Auslesen bitte immer nur vegetativ vermehren.
Pflanzenliste:
| Halbschatten bodenfeucht: | Vollschatten bodenfeucht: | Vollschatten trocken: |
| Waldschmiele | Waldmarbel | Gemeiner Wurmfarn |
| Pfeifengras | Hirschzungenfarn |
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| Riesensegge | Rippenfarn |
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| Flattergras | Tüpfelfarn, Engelsüß |
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| Königsfarn | Wurmfarne |
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| Frauenfarne |
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| Weicher Schildfarn |
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| Begleitpflanzen: |
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| Primeln i. Sorten | Palmblatt Christrose | Efeu |
| Scharbockskraut | Buschwindröschen | Sauerklee |
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| Leberblümchen |
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| Maiglöckchen |
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Literatur:
Helmut Schmick "Farne in Natur und Garten", Eigenverlag,zu beziehen über : Helmut Schmick, Im Grund 6, 21509 Glinde oderSophie Hörsch, Garten- und Pflanzenbücher International, Hagenwiesenstr. 3,73066 Uhingen, Tel. 07163/4196, Fax 07163/4789
Lothar Denkewitz "Farngärten", Ulmer Verlag.
"Der Staudengarten", Zeitschrift der Gesellschaft der Staudenfreunde
Geschäftsstelle: Eichenstr. 5, 67259 Beindersheim, Tel. 06233/371837, Fax 06233/371937,e-mail: info@gds-staudenfreunde.de, Internet: www.gds-staudenfreunde.de
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