Naturnahe Gartenrosen als fruchtige Bereicherung.
Dr. Reinhard Witt, D-Ottenhofen
Von der Blüte bis zur Frucht.
1. Herkunft
In den letzten Jahrhunderten sind die etwa 40 heimischen Wildrosen vielfach gärtnerisch mit anderen Rosenarten zu naturnahen alten Gartenrosen gekreuzt worden. Kennzeichnend für naturnahe alte Gartenrosen sind folgende Merkmale:
- Mindestens einer der Eltern ist eine heimische Wildrose
- Die Blüte ist ungefüllt oder maximal halbgefüllt, fruchtbar und liefert nützliche Hagebutten.
Diese Sorten sind in Wuchs und Auftreten nahezu unverfälscht. Sie werden von den Wildstrauch-Tieren in der Regel angenommen, haben also einen hohen ökologischen Wert. Allerdings weisen sie einige neue Eigenschaften auf, die sie "gartentauglicher" und attraktiver machen als ihre wilden Vettern. Dazu gehören etwa eine andere Blütenfarbe, dichterer Blütenbehang, andere Wuchsformen oder eine längere Blütezeit. Diese alten, neuen Sorten geraten in jüngster Zeit immer mehr in den Blickpunkt, sie werden sozusagen "wieder entdeckt”. Viele Sorten wurden von Mitgliedern des Naturgarten-Vereins (www.naturgarten.org) im vergangenen Jahrzehnt erst in den Handel gebracht.
2. Standorte
Die naturnahen Gartenformen sind in Punkto Boden meistens anspruchsvoller als heimische Wildrosen. Sie benötigen gut durchlüftete, humose Plätze und bevorzugen nährstoffreiche Standorte. Lehmige kalkreiche Böden liegen ihnen besonders, wenn sie nicht zu nass sind. Sie lieben die Sonne. Ganztägig sonnige Plätze sind am Besten, die meisten Vertreter vertragen auch noch einen halben Tag Schatten. Aber für mehr Schatten lassen sie sich nicht erwärmen.
3. Pflanzung
Bei den Gartenrosen gibt es sowohl wurzelechte Sorten als auch auf eine Unterlage veredelte Sorten. Beides hat Vor- und Nachteile. Bei wurzelechten Sorten können keine missliebigen Wildtriebe entstehen, die man mühsam wieder abschneiden muss. Allerdings können sich stark durch Wurzelausläufer ausbreitende Sorten (manche Bibernellrosen) so auch den Durchmarsch durch den Garten machen. In solchen Fällen wären veredelte Sorten von Vorteil, da hier die Unterlage ihre Eigenschaften durchbringt. Will man, dass es bei veredelten Sorten möglichst keine Wildtriebe gibt, sollte man die Veredelungsstelle etwa 10 cm tief in den Boden einsetzen, so dass die aufgepfropfte Sorte selber Wurzeln ziehen kann. Die meisten als Wurzelunterlagen verwendeten Sorten (z.B. Rosa laxa) treiben heute sowieso nur noch sehr selten unerwünschte Wildtriebe. Von daher ist die Gefahr durch durchtreibende Wildlinge aus der Unterlage ziemlich gering geworden.
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| Name | Blütenfarbe
| Größe in m
| Blütemonat
| große | Bezug
|
| R. pimpinellifolia ´Dunwich´ | Cremeweiß ungefüllt
| 0,3-0,5
| 4-5
| Nein
| 5.6
|
| R. auneri | Rosa, ungefüllt
| 0,3-0,5
| 5-6
| Nein
| 1,6
|
| R. pimpinellifolia `Carnea´ | Hellrosa, ungefüllt
| 0,3-0,5
| 4-5
| Nein
| 6
|
| R. gallica ´Pumila` | Rot, ungefüllt
| 0,3-0,8
| 6-7
| Nein
| 3,6
|
| R. ´The Portland´ | Rot, halbgefüllt
| 0,8-0,9
| 6-10
| nein
| 2,3,5,6
|
| R. ´Francofurtana´ | Rot, ungefüllt
| 0,8-1,2
| 6-7
| Ja
| 1,2,5,6
|
| R. gallica ´Complicata´ | Rosa, ungefüllt
| 0,8-2
| 5-6
| Nein
| 1,3,5,6
|
| R. gallica ´Officinalis´
| Rot, halbgefüllt
| 1-1,2
| 6-7
| nein
| 1,2,3,4,5,6
|
| R. dupontii
| Zartrosa, creme, einfach
| 1-1.5
| 6
| Nein
| 3,6
|
| R.gallica ´Violocea´ | schwarzrot
| 1-1,5
| 6
| Nein
| 1,2,3,4,5.6
|
| R. hibernica | Rosa, ungefüllt
| 1-2
| 5-6
| Nein
| 1,6
|
| R. piminellifolia `Double yellow´ | Gelb, halbgefüllt
| 1,2-1,5
| 4-5
| Nein
| 6
|
| R. gallica ´Single Red´ | Rot, ungefüllt
| 1,2-1,5
| 4-6
| Nein
| 1,2,3,4,5,6
|
| R. pimpinellifolia ´Glory of Edzell´ | Hellrosa
| 1,2-2
| 4-5
| Nein
| 1,3,5,6
|
| R. piminellifolia ´Subspinosa´ | Rosa, halbgefüllt
| 1,5-1,8
| 4-5
| Nein
| 5,6
|
| R. gallica ´Splendens´ | Rot, ungefüllt
| 1,5-1,8
| 6-7
| Ja
| 5,6
|
| R. rubiginosa ´Magnifica´ | Rosa, halbgefüllt
| 1,5-1,8
| 6-7
| Ja
| 3
|
| R. alba ´Semiplena` | weiß, halbgefüllt
| 1,5-2
| 6
| nein
| 2,3,4,5,6
|
| Rosa rubiginosa ´Lord penzance´ | Gelb, ungefüllt
| 1,5-2
| 6-7
| Ja
| 3,6
|
| R. rubiginosa ´Duplex` | Rot, rosa, halbgefüllt
| 1,5-2
| 6-7
| Ja
| 1,5,6
|
| R. rubiginosa ´Hebe´s Lip´ | Weiß, rosa
| 1,5-2
| 6-7
| Ja
| 5,6
|
| R. villosa ´Duplex´ | Rosa, halbgefüllt
| 1,5-2
| 6-7
| Ja
| 1,4,6
|
| R. canina ´Van Kiese´ | Rot, ungefüllt
| 2-3
| 6-7
| Ja
| 3,5,6
|
| R. rubuginosa ´Meg merrilies´ | Rosa, halbgefüllt
| 2-2,5
| 6-7
| Ja
| 3,5,6
|
1 Ahornblatt 2 Jensen 3 Lützow 4 Ruf 5 Schultheis 6 Strickler * Quelle: Das Kosmos Handbuch Rosen. Kosmos Verlag, Stuttgart 2004.
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4. Pflege
Die naturnahen Gartenformen sind wie die Wildrosen sehr robust und pflegeleicht. Die üblichen Rosenkrankheiten, Trockenheit, Frost oder Schnee können ihnen nichts anhaben. Spritzen und Düngen ist fehl am Platz. Die Blüten werden nicht abgeschnitten (Hagebuttenernte!), der Strauch wächst frei und ungestört. Überaltern sie oder stehen sie im Weg, darf man die Naturformen aber radikal bis 20 cm oberhalb der Veredelungsstelle zurückschneiden, sie treiben wieder aus.
5. Bezug
Die Beschaffung erfordert etwas Recherche. Wurzelechte oder veredelte Gartenformen bekommt man z. B. bei Ahornblatt, Jensen, Rosenschule Ruf, Schloßgärtnerei Lüchow, Schultheis oder Strickler.
Literatur, Infos und Bücher:
Throll, Angelika und Jürgen Wolff (2004)et al: Rosen. Das Kosmos Handbuch. Kosmos Verlag Stuttgart.
Witt, Reinhard (2001): Der Naturgarten. Lebendig, schön, pflegeleicht. Pflanzvorschläge für alle Standorte. BLV Verlag, München.
Witt, Reinhard (2003): Wildpflanzen für jeden Garten. 1000 heimische Blumen, Stauden und Sträucher. Anzucht, Pflanzung, Pflege. BLV Verlag, München.
Internet: www.reinhard-witt.de
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