Blumenwiesen
Gabriele Pichler, A - Salzburg
Offene Grasflächen finden sich in fast jedem Garten. Diese vielfältig und mit bunten Blumen zu gestalten bringt gegenüber einem monotonen englischen Rasen zahlreiche Vorteile: Blumenwiesen sind schöner und
preiswerter: In der Anlage um bis zu 30%, in der Pflege sogar um 80%. Für den im modernen Arbeitsstress eingebundenen Menschen sind sie nicht so pflegeintensiv wie Kunstrasen, die alle zwei Wochen gemäht, von Unkraut befreit, regelmäßig gedüngt und mit Pestiziden behandelt werden müssen. Weiterhin nützen Blumenwiesen der heimischen Tier-und Pflanzenwelt: Auf gepflegten Rasenflächen finden nur 5-6 Blumenarten Platz, auf Blumenwiesen bis zu 70 verschiedene Blumenarten. Blumenwiesen bieten Lebensraum und Nahrung für bis zu 3500 verschiedene Tierarten (darunter 1500 Insekten- und 25 Vogelarten). Lebendige Blumenwiesen mit ihren Bienen und Schmetterlingen sind für Kinder und Erwachsene ein spannender Beobachtungsort, in dem Natur erfahren und erlebt werden kann.
Wie und auf welche Art die persönliche Blumenwiese gestaltet wird, hängt von mehreren Faktoren ab; d.h. von dem zur Verfügung stehenden Platz, den Lichtverhältnissen, der Bodenart und der Frage, wie intensiv der Garten – etwa durch Kinder – genutzt wird. Für nährstoffreiche Gartenböden eignen sich Blumenwiesen, Fettwiesen oder Feuchtwiesen mit Wiesenglockenblume, Rauhen Löwenzahn, Margerite u.a. Standorte mit mittlerem Nährstoffgehalt werden mit einem wärmeliebendem Saum (Wundklee, Natternkopf, Seifenkraut, Gemeines Leimkraut u.a.) eingesät. Auf mageren, sandigen und nährstoffarmen Böden wird ein blütenreicher Magerrasen oder ein Sandrasen angelegt (Rundblättrige Glockenblume, Ästige Graslilie, Zypressenwolfsmilch, Sonnenröschen, Sandthymian u.v.a.). Schattige Säume entlang von Hecken oder unter Baumgruppen oder an der Nordseite von Gebäuden werden mit schattenverträglichen Wildblumen (Kriechender Günsel, Gemeine Nachtviole, Ruprechtskraut, Knotige Braunwurz Echter Ehrenpreis u.v.a.) eingesät. Auch feuchte oder trockene Böden haben ihre eigene Flora.
Wäscheplatz, mit einem widerstandsfähigen Blumen- oder Kräuterrasen ein (z.B. Gänseblümchen, Sandthymian, Heidenelke, Mauerpfeffer, Gräser u.a). Blumenrasen sind relativ trittfest, niederwüchsig, schnittverträglich und sehr gut für beanspruchte Flächen geeignet.
Wildpflanzengärtnereien bieten eigene Samenmischungen oder fertige Pflanzen für die Neuanlage oder Umgestaltung an. Beliebter Schmuck für Blumenrasen sind auch früh blühende Zwiebelpflanzen wie z.B. Schneeglöckchen, Wildkrokus oder Blausterne.
Zu einer Blumenwiese kommt man auf verschiedenen Wegen. Bestehende Rasenflächen werden nicht gedüngt. Jeder Grasschnitt wird gewissenhaft entfernt. Die meisten Wiesenblumen bevorzugen mageren, nährstoffarmen Boden. Zur Beschleunigung des Abmagerungsvorganges arbeitet man zusätzlich Sand ein. Nach einigen Jahren wandern die ersten Wiesenblumen von selbst ein oder man kauft in Wildstaudengärtnereien geeignete Pflanzen und ergänzt die vorhandene Wiesenflora. Zu diesem Zweck muss man die umliegende Fläche von Pflanzenwuchs befreien, damit die Jungpflanze nicht verdrängt wird. Man sticht dazu an mehreren Stellen der Wiese größere Bereiche aus, magert fetten Rasenboden mit Sand ab und besetzt diesen mit den Wildpflanzen. In der ersten Zeit müssen die neuen Wiesenblumen vor Schneckenfraß und Austrocknung bewahrt und das umliegende Unkraut gewissenhaft gejätet werden. Wenn die Jungpflanzen kräftiger sind, reduziert sich der Pflegeaufwand.
Die zweite, schnellere Methode ist die Neuansaat. Der bisherige Rasen wird spatentief abgetragen, der darunter liegende Untergrund gelockert und evtl. mit Sand abgemagert. Dann wird die passende Wiesenblumenmischung eingesät und mit Brettern festgetreten oder angewalzt. Über die Wahl der Samenmischung muss man sich unbedingt von Fachleuten in Wildpflanzengärtnereien beraten lassen. Im Supermarkt erhältliche Einheitsmischungen mit zu hohem Klee- und Grasanteil und vielleicht sogar mit ausländischem Zuchtblumen bieten oft bereits im zweiten Jahr Enttäuschungen: Es dominieren nur noch wenige Arten, die anderen werden verdrängt.
Möchte man eine kleine, in der Natur selten gewordene Feuchtwiese mit vom Aussterben bedrohten Sumpfpflanzen im Garten anlegen, müssen ideale Standortbedingungen geschaffen werden. Kleine Feuchtwiesen passen gut zum Uferrand von Gartenteichen. Feuchtwiesenblumen wachsen im Gegensatz zu Blumen von trockenen Wiesen am Besten in einer nährstoffreichen Erdmischung.
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