Naturnahe Spiel- und Begegnungsräume für alle Generationen
Christina und Roland Seeger, D - Hohenahr
Urlaub inmitten der Natur
Historisch überlieferte Kinderspielplatzkonzepte entsprechen nicht mehr den heutigen Freizeitinteressen und Ansprüchen der Gäste. Hatte man in der Vergangenheit mangels naturnah ausgerichteter Spielraumideen Spielgeräte aus dem Katalog ausgesucht, weiß man heute, dass diese Angebote wenig und vor allem einseitige Spielanreize vermitteln. Ganz anders bei naturnah ausgerichteten Spiel- und Begegnungsräumen. Lehrmeister bei allen Planungsüberlegungen ist hier die Natur. Ein solcher ganzheitlicher Ansatz, der das Spiel als elementare und zentrale Lebensäußerung des Menschen begreift, die uns übrigens ein Leben lang begleitet, wird aktuell auch innerhalb der neu geführten Bildungsdiskussion anerkannt und gefordert. So zeigen Hirnforscher aktuell auf, dass sinnlich anregendes Spiel bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen positiv auf uns Menschen einwirkt. Für Kinder und deren Entwicklung ist es ein elementares Instrument, die gebaute und soziale Umwelt zu (be)greifen und hat somit mit elementarem Lernen und Intelligenzentwicklung zu tun. Bei Erwachsenen wirkt es prophylaktisch, eher ausgleichend, entspannend und heilend. Auch die Hygieniker melden inzwischen ihre Ansprüche an und fordern Eltern auf, ihre Kinder wieder näher an den Boden zu bringen um deren Immunsystem zu stärken. Zu viel Reinlichkeit und Chemie, zu wenig Natur, warnen Immunologen und Allergologen, sei ungesund. Sie alle, die Mediziner, Soziologen, Psychologen, Erziehungswissenschaftler, Zukunfts- und Freizeitforscher scheinen Recht zu haben bei den zunehmenden Verhaltensauffälligkeiten und Mangelerscheinungen unserer Kindern und Jugendlichen.
Spiel sollte aber auch aus sozialer Sicht Generationsübergreifend verstanden werden, da jung und alt in Abhängigkeit zueinander stehen. Ein Aspekt, der auf Grund zunehmender Isolierung und Verinselung einzelner Generationsgruppen in der Vergangenheit erst heute wieder an Bedeutsamkeit gewinnt. Wichtig dabei ist jedoch der ganzheitliche Ansatz, der weit mehr ist als das Verteilen von Katalogspielgeräten.
Betrachten wir unsere Kinder, so spielen sie überall. Sie zeigen dabei einen hohen Bewegungsdrang und sind ständig dabei, mit ihren frei gewählten Räumen, Gegenständen und Spielpartnern zu experimentieren. Alles wird ausprobiert und neu geregelt, bisherige Erfahrungen werden eingebracht. Wenn man nun ein solches Verhalten bewertet, so sieht man, dass Kinder ganz aktiv auf dem Weg zu unserer „Erwachseneninsel“ sind und hierbei noch eine Menge lernen wollen und müssen. Alle diese Tätigkeiten finden automatisch und ohne unser direktes Zutun statt. Sie, die Kinder, brauchen dabei keine Schule und keine Lehrenden. Was sie jedoch brauchen, das sind anregungsreiche Umgebungen, Spielzeit und vor allem auch Spielpartner. Noch immer vertreten wir die Meinung, dass Kinder mit ihresgleichen Spielen sollen. Das ist jedoch einer der elementarsten Trugschlüsse, die bisher kaum diskutiert wurden. Kinder brauchen auch Spielpartner aus den anderen Generationsgruppen, also auch Erwachsene und vor allem auch Senioren. Erst darin steckt die Qualität für eine gesunde und soziale Entwicklung.
Bezieht man diese Aussagen auf die Spielangebote im Besonderen, findet man im naturnahen Spiel- und Begegnungsraum für alle Generationen weniger das industriell gefertigte Spielgerät. Was man findet sind gebaute Landschaften, eingebunden in die jeweils vorhandene Umgebung, die nicht normiert ist, sondern von Ort zu Ort und Landschaft variiert. Alles ist im Einklang mit der Natur. Angeboten werden Spielhügellandschaften. Sie dienen als überdimensionale Kletterobjekte, wo man durchaus auch eine Kletterwand aus Natursteinen integrieren kann. Ein spannendes Spielangebot, das neben der grob- und feinmotorischen Förderung auch noch Teamfähigkeit, Sozial- und Risikokompetenzen einüben und erlernen lässt.
Weiter findet man innerhalb der Spielhügellandschaft, die durchaus auch auf kleineren Flächen und mit geringem finanziellem Aufwand angelegt werden kann, zum Beispiel senkrecht und waagrecht eingebaute Naturstämme. Sie eignen sich zum Balancieren und fördern in hohem Maße die Körperkoordination. Baumstammbrücken dienen als Spielverläufe über „reißende Flüsse“ in der Fantasie der Kinder. In Wirklichkeit handelt es sich natürlich beim Spiel- und Experimentierangebot um gestaltete Trockenflüsse aus wechselnden Baumaterialien wie Grob- und Feinkies, Sand und gewachsenem Boden innerhalb von Grabensystemen.
Angeboten werden innerhalb der Hügellandschaften auch Höhlen. Sie dienen als Rückzugsraum und Standort, von wo man das Geschehen außerhalb beobachten und Rollenspiele in Gang setzen kann.
Schattenräume, angebunden an heimische Gehölzgruppen, bieten Platz zum Verweilen. Dafür sorgen Naturpergolen inmitten von Duftgehölzen. Es handelt sich hierbei um Pflanzinseln, die auch den jahreszeitlichen Verlauf erkennen lassen. Alles wächst dabei optimal. Auch die Kinderseele und somit die kindliche Entwicklung, da alle Sinne ganzheitlich innerhalb dieser naturnahen Spielräume angeregt werden, und dabei das Neugierverhalten in Schwingung gerät.
Fasst man diese nur im Ansatz vorgetragenen Vorteile von naturnah ausgerichteten Spiel- und Begegnungsräumen für alle Generationsgruppen zusammen, handelt es sich hier um ein Gästeangebot, das in ganz hohem Maße als kinder- und familienfreundlich bezeichnet werden kann. Es handelt sich aber auch um einen Innovationsbeitrag, der den heute aktuell diskutierten Ansprüchen einer neu geführten Bildungsdiskussion entspricht. Demnach auch um ein Angebot, das in die Zukunft ausgerichtet ist, so wie das Urlaubssegment „Urlaub auf dem Bauernhof, welches nicht nur Abenteuer und Naturnähe verspricht, sondern auch häl
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