Gartenporträt von Anja Zeeb und Martin Schabel aus D - 72810 Gomaringen
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2004 zogen wir in das kleine 1937 erbaute Haus meiner Großeltern ein. Das Haus hatten wir renoviert, aber der *Garten*... - eigentlich gab es keinen. Die Einfahrt und der gesamte Platz hinter dem Haus waren mit Verbundsteinen zugepflastert. Alles war recht leblos, und kein Tier besuchte uns. Ebenso vor dem Haus. Da fand sich Einheitsgrün, 2 riesige Koniferen und eine Forsythie. Einziger Pluspunkt hinter dem Haus: der alte Schuppen meiner Großeltern (allerdings viel zu groß), wunderschön von Wein bewachsen. Dieser sollte unbedingt erhalten bleiben.
Über Weihnachten las ich das Naturgartenbuch von Reinhard Witt und war sofort entzündet (bei meinem Mann dauerte es noch ein bisschen...) Endlich Gärten voller Natur und Leben, ohne Gift und in Einheit mit der Natur. Wild und fröhlich und bunt. Das gefiel mir.
2005 begannen dann die groben und teilweise Kräftezehrenden Arbeiten. Unter der fachkundigen Beratung von Frau Neumann (www.nahdernatur.de) begannen wir, alle Verbundsteine abzutragen. Stattdessen sollte ein gemütlicher Schotterweg mit Kalkschotter von der Schwäbischen Alb unseren Garten zieren. An der Ostseite trugen wir die Grasnarbe ab, Koniferen und Forsythien mussten weichen. Dort entstand dann ein Schattenbeet mit Farnen, Akeleien etc. Zur Straße hin wurden einheimische Sträucher gepflanzt, an der Südseite bauten wir aus noch vorhandenem Recyclingmaterial von der Hausrenovierung einen Steingarten.
So entstand und entsteht bis heute Raum um Raum, selbst im kleinen, etwa 300qm großen, Garten. Statt englischem Rasen säten wir einen Blumen- und Kräuterrasen ein,
und hinter dem Haus blühte schon im ersten Jahre eine wunderschöne, bunte Wiese mit einjährigen Arten. Eine Kräuterschnecke kam 2006 dazu, der renovierte und teilweise wieder aufgemauerte Stall ist noch nicht verputzt, und die Sträucher sind noch klein. Aber man sieht, sie wachsen und blühen, Käfer, Hummeln und Bienen sind bei ihrem emsigen Treiben an Sträuchern, Blumen und Kräutern zu beobachten, ebenso viele Schmetterlinge. Amseln und Meisen bevölkern wieder den Garten.
Vergangene Woche traf ich nachts auf einen Igel, der bei uns jede Menge Schnecken finden kann... :)

Es macht Freude, wie nicht nur wir am Garten basteln, sondern dieser uns seine ganz eigenen Ideen und sein Wesen mitteilt. Das braucht Zeit und manchmal Geduld, und Vieles entsteht erst mit den Jahren. Aber es ist spannend und so lebendig und tut der eigenen Seele gut!!!Der Garten kann auf Anfrage besichtigt werden:
Anja Zeeb und Martin Schabel
Oeschinger8@web.de.
