Auf dem Weg - zu immer mehr Naturgarten. Rita Schütt aus D - 23881 Breitenfelde
In Schleswig - Holstein bei Mölln liegt unser 1000 m² Grundstück mitten im Dorf Breitenfelde. Der Garten umrahmt Haus und Nebengebäude, die zusammen einen Innenhof bilden. Leider führt die Zufahrt zur Garage über diesen Innenhof, was die Gestaltung etwas einschränkt. Außen herum zieht sich ein Maschendrahtzaun, der mittlerweile ein paar Löcher für Igel bekommen hat und jetzt an vielen Stellen hinter der Bepflanzung verschwindet. Zur Straße wird das Grundstück durch eine Schnitthecke aus Liguster begrenzt.
Seit wir hier wohnen, hat sich vieles verändert. Nur eines ist geblieben: Unter den Dachpfannen des Wohnhauses nisten trotz Erneuerung des Daches, jedes Jahr aufs Neue, die Haussperlinge. - wie schön!
Als wir 1999 Haus und Garten in Besitz nahmen gab es zunächst viel im Haus zu renovieren und die drei Kinder (zu der Zeit 6, 8 und 12 Jahre alt) hatten auch noch viele Wünsche an mich und den Garten. Als erstes wurde also der Zaun um das große Hühnergehege abgebaut, zwei von den drei Birnenbäumen gefällt um Platz für ein großes Kinderhaus auf Stelzen zu schaffen und uns von dem vielen Fallobst zu befreien(leider waren die Birnen nicht
genießbar). Für die Meerschweinchen wurde ein Freiluftgehege konstruiert und das Gras durfte teilweise wachsen um Heu für die Winterfütterung zu gewinnen. Lust zum Rasen mähen fehlte allen und so wurde dieser selten geschnitten. Die nackte, von unseren Vorbesitzern stets gut gehackte, Erde zwischen Stauden und Sträuchern bedeckte sich nach und nach mit Wildwuchs aus keimenden und anfliegenden Samen. Bis auf die Gräser, durfte erst einmal alles wachsen. Erst wenn ich erkennen konnte, wie etwas blühte, fiel die Entscheidung für oder gegen das Pflänzchen. Ahnung von Wildpflanzen hatte ich fast keine, aber das Jäten fällt mir bei dem humos/sandigen Boden leicht. Nur der Ackerschachtelhalm im Nutzgarten ist Dauergast bis heute.
Ich bekam zunächst Stauden und Sträucher von meiner Mutter geschenkt und fing an im Gartencenter um die Ecke einige Pflanzen zu erstehen. Planung im großen Stil gab es nicht. Nur den Wunsch nach Sichtschutz vor Nachbarn und Spaziergängern, so wie viel blühenden Pflanzen. Mit der Zeit entdeckte ich meine Liebe zu Kletterpflanzen in jeglicher Art, zu duftenden Rosen und zu den vielen Schmetterlingen, Bienen, Schwebfliegen usw., die um manche Pflanzen schwirrten. Schritt für Schritt habe ich Beete angelegt, wo vorher Rasen wuchs Gehwegplatten lagen oder ein Cotoneaster - Gebüsch eine Fläche von 8x2m bedeckte - Oh je, wie gut, dass mein Mann auch diese, Kräfte zehrende, Tätigkeit übernahm. Neue Wege aus Gehäckseltem oder Kieselsteinen führen zwischendurch, z.T. wurden auch die alten Betonplatten bei Plätzen und Wegen wieder verwendet. Es entstanden zwei kleine Trockenmauerbeete aus Feldsteinen, Steinhaufen und Reisighaufen, mehrere kleine Wasserstellen, der Carport wurde gleich mit Dachbegrünung geplant und 2007 wurde der Teich(ca. 55 qm), mit abgetrenntem Ufergraben rundherum, in Handarbeit ausgehoben.
Der Naturgartenverein und die Ideen und Anleitungen in einschlägiger Fachliteratur sind mir erst 2006 über den Weg gelaufen und haben dazu geführt, dass ich noch mehr Wildpflanzen in den Garten hole, anfange Wildbienennisthilfen zu bauen und weitere Vogelnistkästen aufhänge. Meine Topfbewohner werden sich in diesem Jahr wandeln, der Kräuterrasen wird ständig bunter und ich tausche jedes Jahr Ziergehölze gegen einheimische Sträucher aus. Mein Gewächshaus ist endlich ausgelastet, weil ich neben ein paar Nutzgartenpflanzen jede Menge Wildstauden aus Samen anziehe.
Auf diesem Wege lerne ich auch endlich die Namen von den Wildpflanzen in meinem Garten und es werden ständig mehr! (zur Zeit ca. 220 Wildstauden, 40 einheimische Gehölze, 6 einheimische Kletterpflanzen)
Übrigens gibt es in meinem Garten ein paar Elemente, die nicht typisch für naturnahe Gärten sind. Es sind gefüllte Blüten bei manchen Rosen und Sträuchern, wenn sie doch sooo schön duften und Randsteine(Feld- oder Betonsteine) zur Abgrenzung zwischen Beeten und Rasen oder Wegen, weil ich diese Struktur für mich brauche. Die Holzkonstruktionen bestehen alle aus druckimprägnierten oder mit Lasur behandelten Hölzern und werden, so lange sie halten, bleiben.
Und das Kinderhaus? - Es wandelt sich: zum Pavillon, als Schattenplatz und um Vögel zu beobachten, wird zur Rankhilfe für Hopfen, Ramblerrosen und Clematis und im oberen Stockwerk Nist- und Überwinterungs- Quartier für Insekten und Vögel. Ich freu mich täglich über das viele Leben um mich herum und gehe weiter auf diesem Weg zu immer mehr Natur im Garten!
Falls ein Besuch des Gartens gewünscht wird, so freue ich mich und bitte um die telefonische Absprache eines Termins unter der Telefon-Nr. 04542/837960.
