Meine Naturgärten von der Entstehung bis heute - von Werner Matthis
Der Gemüsegarten am Haus.Als ich 1978 mit meiner Familie das neue Haus bezog, hielt sich die Freude am Garten in Grenzen. Das änderte sich aber sehr schnell, als mir das Büchlein „Gemüseanbau auf naturgemäßer Grundlage" der Abtei Fulda in die Hände geriet. Unter Anleitung dieses Büchleins habe ich zur besonderen Freude meiner Ehefrau Ursula die ganze Familie mit gesundem, giftfreiem Gemüse versorgt. Auch die Blumenbeete wurden unter dem Aspekt, naturgemäß und giftfrei angelegt.
Interesse an Hummeln erwacht.
1982 erwarb ich das Buch „Das ist die Idee" ein ungewöhnliches Gartenbuch aus dem Verlag Deutsche Gartenbau-Gesellschaft. Den Beitrag „sozialer Wohnungsbau für Hummeln" setzte ich mit meinen Kindern gleich in die Tat um. Zu unserer Freude und Überraschung wurde das mit Moos gefüllte Holzhäuschen gleich am nächsten Tag von einer Erdhummelkönigin angenommen. Ab nun wurden die Blumenbeete zugunsten der Hummeln immer naturgemäßer. Durch Beobachtung stellte ich fest, was „gut" und was „böse" im Sinne der Hummeln war.
Unbezahlte Nachtschichtarbeit.
Nach der Obsternte 1982 wurde mir das Obstbaumgrundstück vom Opa meiner Frau zur Pflege überlassen. Die daraufhin im Winter angefertigten Vogelnistkästen wurden im Frühjahr nicht nur von Vögeln, sondern auch von Wespen, Hornissen und zu meiner besonderen Freude auch von den immer seltener werdenden Langohrfledermäusen angenommen. Um diese auf Dauer ansässig zu machen, habe ich regelmäßig nach Einbruch der Dunkelheit ihren Kot aus den Kästen entfernt. Um Ihr Nahrungsangebot zu erhöhen, wurde von mir mit viel Muskelkraft ein Teil der Baumwiese in eine Blumenwiese für Nachtfalter umgewandelt.
Ab 1984 habe ich, angeregt durch die Bücher von Paul Westrich „Die Wildbienen Baden- Württembergs" auch die solitär lebenden Wildbienen durch Wohnungsbau unterstützt.
Jürgen Dahls Buch „Wildpflanzen im Garten" hat mir ab 1985 wertvolle Hilfe geleistet.
Jetzt geht's erst richtig los.
Als ich 1993, angrenzend an das Obstbaumgrundstück, ein Gartengrundstück der Gemeinde pachten konnte, war das ein besonderes Glück für mich, meine Fledermäuse sowie meine Schmetterlinge und Wildbienen. Seither baue ich in noch größerem Umfang Stauden und Sträucher für Tag- und Nachtfalter sowie Wildbienen an. Eine Sträucherreihe, Kiesbeet, Feuchtstelle für den Schwalbennestbau, Wildbienenhotel, Nistkästen, mehrere Totholzhaufen (mit viel Innenleben) runden das Angebot für allerlei Tiere ab. Eidechsen fühlen sich in den Steinhügeln besonders wohl und auch der Igel, Vögel, Spitzmäuse, Erdkröten usw. gehören zum Stammpersonal im Garten. Deshalb habe ich dieses Grundstück ursprünglich Paradies genannt, weil ich aber gerne abkürze wurde der Name „Diesle" daraus.
Rundherum ums Haus
Der Teich an meinem Hausgarten wird nicht nur von Vögeln zum baden benutzt, sondern auch von Berg- und Teichmolch sowie von Ringelnattern. Auch der Eisvogel zeigt sich gelegentlich auf einem Holzstamm von seiner schönsten Seite. (Kann sich hinsetzen wie er will- immer schön.)
Unter der einreihigen Hecke gedeihen unter anderem Leberblümchen, Türkenbundlilie, Seidelbast, Alpenveilchen und auch die Hundszahnlilie, um nur einige zu nennen.
Am Teichrand habe ich Schachbrettblumen, Prachtnelken, geflecktes Knabenkraut und vieles andere mehr angepflanzt.
Im Trockenbiotop fühlen sich Brennende Busch, Küchenschellen, Königskerzen, verschiedene Nelkenarten und Flockenblumen sehr wohl.
Eine Erdhöhle, gebaut für Eidechsen, wird auch von Blindschleichen, Erdkröten, Spitzmäusen und Feuersalamandern genutzt.
Nach dem Motto: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es" werde ich noch vieles nach den Büchern von Reinhardt Witt und Ute Evers verbessern.
Planung 2009:
Meine „Tage der offenen Gartentür", die ich versuchsweise im Juni durchgeführt hatte, waren für mich sehr erfreulich. Voraussichtlich werde ich deshalb nächstes Jahr zum Wiederholungstäter. Über den Naturgartenverein erhalten Sie dann nähere Infos.
Der Distelfalter von seiner Unterseite auf der Karthäuser Nelke .