Öffentliches Grün und naturnahe Landschaftsgestaltung
Innovative Wege für Natur und Landschaft
| Verlag: | BUWAL |
| ISBN: | 310.133 |
| Seiten/Umfang: | CD-ROM mit 1800 Seiten Text und Bild |
| Erschienen: | |
| Preisinfo: | 45,00 SFR |
Die Zukunft fordert neue Ansätze. Das gilt gerade für die Grüngestaltung. Das schweizerische Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) hat innovative Ansätze gesammelt und aus 500 Ideen die 87 besten auf dieser CD-ROM vorgestellt. Es geht um konkrete, direkt realisierbare Projekte zur Förderung der biologischen und landschaftlichen Vielfalt. Die CD richtet sich an Behörden, Mitglieder von Kommissionen, Planerinnen, Bauherren, Naturschützer, Landwirte und Förster. Für jede Idee werden praktische Handlungsanleitungen gegeben, Vorgehen und Projektablauf beschrieben, mögliche Probleme und Konflikte angesprochen, konkrete Umsetzungen vorgestellt und nützliche Adressen vermittelt. Bearbeitet werden die Bereiche Energie, Freizeit, Landwirtschaft, Verkehr, Wald und Wasserbau und natürlich Natur/Landschaft/Umwelt. Hier finden sich besonders hilfreiche Themen. Beispiele: Vorschläge zum Aufbau einer regionalen Saatgutzentrale, zur Impfung mit Vegetation, Mauern als Lebensraum oder Natur ums Schulhaus. Für Wildstaudenproduzenten wichtig ist das Kapitel: Wildstaudenzentrale. Eine innovative Idee, die Absatz und Möglichkeiten für heimische Gewächse wesentlich verbessern könnte, weil sie aus dem Einzelkämpfertum herausgeht. Uneingeschränkt zu empfehlen. Elementares Denkwerkzeug zukunftsorientierter Naturmenschen.

Handbuch Siedlungsökologie. Praxisorientierter Beitrag zur ökologischen Aufwertung des Siedlungsraumes.
| Verlag: | Vdf Hochschulverlag |
| ISBN: | 3728129887 |
| Seiten/Umfang: | Broschiert: 152 Seiten |
| Erschienen: | November 2004 |
| Preisinfo: | ab 30,50 Euro |
Es gibt wenig konkret-nachmachbare Anleitungen, wie man die Natur in Siedlungsräumen bewerten und aufwerten kann. Hier ist eine. Die Natur in Städten und Siedlungsgebieten ist oft vielfältiger als die in der umliegenden Landschaft. Doch das ökologische Potenzial für floristische und faunistische Artenvielfalt ist längst nicht ausgereizt. Dies liegt an eingeschliffenen Gewohnheiten und Standards, öffentliches Grün mit kurz geschorenen Rasen und Blumenrabatten gleichzusetzen. Dieses Buch sensibilisiert, motiviert und informiert über eine ökologisch bewusste Raumplanung. Es richtet sich an alle Planer und kommunalen Behörden in diesem Bereich. Konzentriert und übersichtlich zeigt es auf praktische Weise einen Weg zur systematischen Erfassung des vorliegenden ökologischen Potenzials. Am Beispiel der Kleinstadt Gossau werden 31 Gliederungselemente entwickelt, die auf andere Kommunen anwendbar sind. Der Status quo wird bewertet und das ökologische Potenzial ermittelt. Daraus folgen raumplanerische Strategien und Handlungsfelder. Gerade, weil dieses Buch so umsetzbar praktisch orientiert, ist es so wichtig.
Agenda Arbeitskreis
Naturnahe Gärten in Wachtberg
| Verlag: | Umweltbeauftragte Gemeide Wachtberg, Frau Hannelore Vogel |
| ISBN: | |
| Seiten/Umfang: | Broschüre, 40 Seiten |
| Erschienen: | |
| Preisinfo: | ab 5,00 Euro |
Agenda 21 - erinnert sich noch jemand daran? Nach dem Beschluß der Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro ging ein Ruck durch Deutschland. Viele Agenda-Arbeitskreise gründeten sich. Herausgekommen aus vielen Diskussionsrunden, Versuchen und Ansätzen ist oft nicht viel. Das gilt aber nicht für diesen Agenda Arbeitskreis. Die Wachtberger haben ihre lokalglobalen Hausaufgaben mit diesem Natur-Schau-Garten gemacht. In mühevoller Arbeit – Bürgerarbeit ist immer mühevoll – ist nicht nur die Umwandlung einer gemeindlichen Grünfläche in einen vorbildlichen Naturgartengelungen, sondern eben auch diese Broschüre. Sie zeigt die Arbeit und den Prozess und beleuchtet den Hintergrund des Themas sehr professionell. Vorgestellt werden alle umgesetzten Naturgartenelemente wie Wege, Trockenmauern, Wildbienenhaus, Staudenbeete, ferner Blumenwiesen und Gehölze. Das alles sehr gekonnt – zusammengetragen von sieben Agenda-Leuten, unter Ihnen auch Diplombiologien Ulrike Aufderheide als Fachbetrieb für naturnahe Grünplanung und die engagierte Wachtberger Umweltbeauftragte Hannelore Vogel. Bauweisen und Pflanzen werden vorgestellt, Pflanzpläne gezeigt. Das hier ist nicht nur eine gute Dokumentation des Schaugartens, sondern eignet sich auch für Externe als Anregung zum Nach- und Selber bauen. Ausdrücklichen Wert legen die Autoren auf heimische Pflanzen und geben hierzu auch wichtige Praxistipps für andere Gemeinden und Besteller, wie man etwa Falschlieferungen vermeidet. Eine rundum gelungene Dokumentation über ein wirklich praktisches Projekt zum Anfassen und Anschauen.

Ebers, Sybill / Laux, Lukas / Kochanek, Hans-Martin
Vom Lehrpfad zum Erlebnispfad.
| Verlag: | NHZ Verlag |
| ISBN: | 3926871334 |
| Seiten/Umfang: | 183 Seiten |
| Erschienen: | 1998 |
| Preisinfo: | ab 20,00 Euro |
Das Buch beantwortet sämtliche offene Fragen. Es vermittelt die Geschichte der Naturlehrpfade, zeigt effektive Methoden der Umweltbildung. Man erlebt die konkrete Planung eines Naturerlebnispfades. Anschließend werden zwei Beispiele mit ihren Stationen vorgestellt. Konstruktionszeichnungen, Kostenübersichten, Herstellernachweis, Besucherbefragungen über den Erlebniswert machen das Buch zum fundierten Nachschlage- und Lernwerk. Ein uneingeschränkt nützliches Werk für die Praxis.

Kirmer, Anita und Sabine Tischew (Hrsg)
Handbuch naturnahe Begrünung von Rohböden
| Verlag: | Teubner Verlag, Wiesbaden |
| ISBN: | 383510103X |
| Seiten/Umfang: | 195 Seiten. 150 Farbfotos und 11 Tabellen |
| Erschienen: | 2006 |
| Preisinfo: | ¤ 24,90 |
Das ist ein Buch, welches ein Naturgartenbesitzer bestimmt nicht brauchen kann. Denn es geht um Großereignisse: Abraumhalden, Straßenränder, Autobahnböschungen, ICE-Strecken, Flussausbau, Kiesgruben, kurzum um große und größte Eingriffe in Natur und Landschaft und die dazugehörigen Ausgleichsmaßnahmen. Das waren bislang eher konventionelle Begrünungen. Gemäß dem Universal-Rezept. �Wir schieben Oberboden drauf und dann sehen wir mal weiter�, kam man allerdings auch nicht sehr weit. Jedenfalls in Sachen Artenvielfalt. Dieses Buch zeigt eine mittlerweile etablierte und wissenschaftlich gut begleitete und dokumentierte Praxis, den anstehenden Rohboden direkt zu begrünen - und das auch noch naturnah. Das kommt einer Revolution gleich, denn ebenfalls bislang dominierten hier übliche RSM-Mischungen, mit Saatgut aus aller Welt, ungeeigneten Zuchtformen, etc.
So etwas müsste nicht sein, zeigen die vielen Autoren in diesem speziellen Buch. Die vorgestellten Methoden und Beispiele zeigen den bereits sehr erfolgreichen Stand der Technik, nachhaltig mit heimischem Saatgut zu begrünen. Zum Einsatz kommen dabei ansaatlose Verfahren wie Oberboden- und Mähgutauftrag sowie Mulchdeckansaaten mit gebietsheimischem Saatgut. Dargestellt werden außerdem zahlreiche Praxisbeispiele. Genannt werden dabei die Ansprechpartner, die Kosten, geografischen Daten, dazu gibt es Kartierungen, die den Erfolg dokumentieren und Entwicklungsfotos der Begrünungen. Auch Joe Engelhardt, Spezialist für das Heudrusch-Verfahren und Fachbetrieb für Saatgutproduktion ist mit einigen Beispielen enthalten. Ein sehr wichtiges Buch, weil es hier um Natur- und Artenschutz auf der großen Fläche geht. Deswegen muss es ein Gartenbesitzer sicher nicht haben, aber dafür umso mehr Landschaftsplaner und –Architekten, Ingenieurbiologen und natürlich der studierende Nachwuchs. Auch zuständige Behörden für Begrünungs- und Rekultivierungsmaßnahmen sollten es kennen. Denn Rohboden-Begrünung bedeutet eine bunte, standortgerechte Zukunft mit heimischen Wildpflanzen. Und die ist um Dimensionen größer als ein Naturgarten.

Kubik, Edith Madl
Anstiftung zur Naturtat. Ergebnisse aus dem europäischen Naturschutzjahr 1995
| Verlag: | BUWAL |
| ISBN: | SRU-328-D |
| Seiten/Umfang: | 228 Seiten |
| Erschienen: | 1995 |
| Preisinfo: | gratis |
Die Schweiz ist nicht nur in der Naturgartenbewegung weit, sondern weiter als jedes andere Land Europas ist sie bei der Umsetzung von naturnahem Gedankengut in die landschaftliche Praxis. Dieses Buch stellt über 100 umgesetzte Ideen vor, die aus dem europäischen Naturschutzjahr 1995 entstanden. Es geht um große Projekte mit ganzen Gemeinden und Städten (Natur vor Kölliker Haustüren), um Beispiele aus Naturschutz und Landschaftspflege (ökologische Ortsrandplanung), um Öffentlichkeitsarbeit (Naturerlebnisse für die Jugend), um Kindergärten und Schulen (Pausenplatz Kreuzfeld-Süd), um Artenschutz (Fledermäuse im Wohnquartier), Renaturierung von Gewässern (Ein Ufer macht Schule) und Tourismus und Freizeit (Felsinventar des Basler Jura). Porträtartig werden die Einzelthemen präsentiert: Ausgangslage, Ziel, Beteiligung, Resultate. Zum Schluss gibt es die Kontaktadresse. In diesem Buch findet sich bestimmt für jeden etwas, was sich nachzumachen lohnt, was ja auch der Sinn ist. Nur zu empfehlen, mal von anderen zu lernen oder zu profitieren.

Kurz, Peter /Machatschek, Michael /Iglhauser, Bernhard
Hecken. Geschichte und Ökologie, Anlage, Erhaltung und Nutzung.
| Verlag: | Stocker Verlag |
| ISBN: | 3702009124 |
| Seiten/Umfang: | 440 Seiten, 350 Fotos, 50 Zeichnungen |
| Erschienen: | 2001 |
| Preisinfo: | ab 19,95 Euro |
In Wirklichkeit ist dieses Buch ein Geschichtsbuch, mit Geschichte und Geschichtchen über Wildsträucher und das, was man daraus länglicherweise ausheckt. Große Teile setzen sich mit der (ehemaligen) Nutzung der Heckenarten auseinander. Nach einem sehr gelungenen historischen Rückblick werden die bedeutendsten Gehölze und ihr Stellenwert in den Hecken beschrieben, vorzugsweise im Bezugsraum der Autoren, in Österreich. Es geht um Haselnusshecken, um Berberitzenhecken, Traubenkirschenhecken und viel mehr. Und dann kommt das, was als roter Faden das Buch durchzieht: Bewirtschaftung der Hecken. Hier gibt es allerlei Formen, manche wohl manchem unbekannt: Schnitt-, Ständer-, Armleuchter-, Kopf-, Stock-, Brache-, Baum-, Landschafts–Hecken. Die Autoren haben viele ursprüngliche Nutzungsformen ausgegraben und dokumentiert. Hecken und Weidewirtschaft ist ein eigenes Kapitel genauso wie die Hecke als Ausgangsmaterial für Flechtwaren, Besen und Holzgeräte. Einem kommt bildlich die Ausstattung mancher Bauernhausmuseums entgegen, die Hecke prägte einst Land und Leute. Am Beispiel von Salzburger Hecken betrachten wir die hecken begleitende Vegetation der Säume und Wiesen und reden danach über Heckentiere. Ein großes Kapitel ist dem Porträt von Heckengehölzen gewidmet, von A wie (Berg)Ahorn bis W wie Weißdorn werden 62 Gehölze beschrieben – immer mit konkreten Hinweisen auf Nutzung und Pflege. Das ganze Buch ist Geschichte, denn die meisten der beschriebenen Hecken gibt es nicht mehr. Der Wandel der Kulturlandschaft, die Mechanisierung und Plastifizierung hat viele attraktive Landschaftselemente verschwinden lassen. Interessant ist dabei der Autoren Erkenntnis, dass unser heutiges Bild einer artenreichen Wildsträucherhecke eher ein Ausläufermodell ist – das Brachestadium einer im Zerfall begriffenen, einst florierenden Landwirtschaft aus Hecken mit wenigen Nutzarten. Erst danach konnten sich viele andere Heckensträucher wie die Rosen in die Wirtschaftshecken einschleichen und wurden in den 50er Jahren vergangenen Jahrhunderts prompt von Ökologen und Pflanzensoziologen als "Idealhecke" typisiert. Die Wirklichkeit der wirtschaftlichen Hecken ist noch einmal gut 100 Jahre weiter von uns entfernt. Doch einerlei ob artenreich oder – wirtschaftsorientiert artenarm – das Buch macht Lust auf mehr und neue Hecken.

Müller, Theo+ Lessig, Karl-Heinz
Blumenwiesen. Eine Handreichung für Naturfreunde und Wanderer.
| Verlag: | Verlag des Schwäbischen Albvereins |
| ISBN: | 3806217904 |
| Seiten/Umfang: | 322 Seiten. 319 Farbfotos, 42 Zeichnungen |
| Erschienen: | 2003 |
| Preisinfo: | ab 14,00 Euro |
Der Schwäbische Albverein hat mit Theo Müller zusammen schon ein hervorragendes Buch gemacht: "Wildrosen und Weißdorne Mitteleuropas". Auch hiermit schlagen die Autoren eine Bresche für heimische Natur. In dem handlichen Pocketformat passt dabei eine ganze Kulturgeschichte der Blumenwiesen, die Einteilung und Porträtierung der wichtigsten Blumenwiesentypen und eine gut bebilderte Schau der Tierwelt. Selbst ein Bestimmungsschlüssel der wichtigsten in Wiesen vorkommenden Gräser und Kräuter ist enthalten. Das Buch nimmt uns auf einen Streifzug mit in die Natur und erwandert mit uns die unglaubliche Vielfalt, die das Thema mit sich bringt. Es ist für Fachleute wie für Laien empfehlenswert und bei diesem Preis sicher erschwinglich.

Niesel, Alfred
Grünflächen-Pflegemanagement. Dynamische Pflege von Grün.
| Verlag: | Eugen Ulmer Verlag |
| ISBN: | 3-8001-4948-6 |
| Seiten/Umfang: | 320 Seiten, 48 Tabellen, 111 s/w-Fotos und 50 Grafiken |
| Erschienen: | 2006 |
| Preisinfo: | ab 79,90 Euro |
Im Ulmer Verlag gibt der emeritierte und dennoch hochaktive Prof. Dipl. Ing. Alfred Niesel die Fachbibliothek Grün heraus. Dies sind Werke, die sich an ein bestimmtes, vorinformiertes Publikum richten. Im Fall der Grünflächenpflege wünscht man sich kommunale Verantwortungsträger, Verwalter und Betreuer von grünen Liegenschaften sowie die Phalanx der Landschaftsarchitekten und Landschaftsbauer als Kundschaft. Das Buch ist hochkonzentriertes Wissen und wird von verschiedensten Fachkollegen vor allem aus Osnabrück und Berlin in einzelnen Kapiteln dargelegt. Es definiert und beschreibt das Grünflächen-Pflegemanagement, gibt Anleitungen für bau- und vegetationstechnische Maßnahmen dynamischer Pflege und beschreibt die technischen, ökonomischen und organisatorischen Instrumente der Grünflächenpflege. Das Ziel ist eine Wertsteigerung der Grünflächen. Doch dass dies unter dem Diktat anziehenden ökonomischen Drucks ein sehr schwieriger Spagat wird, das zeigt das Buch ebenso. Einzelne Kapitel befassen sich mit Planung, Informationssystemen, öffentlichem, gewerblichem und privatem Grün, sie thematisieren die Leistungsvergabe, Verkehrssicherungspflichten sowie die bau- und vegetationstechnischen Anforderungen an die Pflege. Vorgestellt werden daneben Maschinen und Geräte zur Pflege, die Organisation und Durchführung, Kontrolle,
Abnahme und Abrechung bis hin zur Kosten- und Leistungsrechnung. Alles in allem für Fachleute eine nie gekannte Zusammenstellung aller wichtigen Bereiche zur Grünflächenpflege.
Rothstein, Herbert
Nachhaltige Stadtgestaltung, menschengerecht und umweltfreundlich
| Verlag: | Bezug: Eigenverlag Herbert Rothstein |
| ISBN: | 078-3-00-018799-5 |
| Seiten/Umfang: | 180 Seiten, Über 190 Fotos, Grafiken und Tabellen |
| Erschienen: | |
| Preisinfo: | Euro 29,80 |
Der Titel klingt nach einem Rundumschlag, und das ist es tatsächlich. Der Landschaftsarchitekt und Oberstudiendirektor a.D. Herbert Rothstein versucht hier das Unmögliche: Das Thema Nachhaltigkeit in Bezug auf städtisches Grün zu definieren und ganz praktisch zu beschreiben. Das ist im Großen und Ganzen gelungen. Begrenzt auf 180 Seiten kann es jedoch nur ein kurzer Aufriss sein, eine Fakten- und Ideensammlung. Das 1. Überkapitel beginnt mit Stadtökologie und dem Prozess der Urbanisierung und ihren Folgen. Es geht um die Auswirkungen des Menschen auf Fauna und Flora, Sonderstandorte wie Industriebrachen, ökologische Nischen, Neophyten oder autochthone Pflanzenarten. Im 2. Kapitel Entwicklung und Strategien der Ökologischen Stadtgestaltung lesen wir über Prinzipien einer ökologischen Stadtentwicklung, Landschaftsplanung, Biotopkartierung, etc. Mit Kommunalen Maßnahmen zur Umweltgerechten Stadtgestaltung kommt das öffentliche Grün ins Spiel: Bedeutung, Pflanzenverwendung in der Stadt, Großgehölzverpflanzung, Retentionsräume, Schotterrasen nur als Schlagworte. Bei der Orientierung des öffentlichen Grüns an der Natur werden u.a. abgehandelt: Spontanvegetation, Streuobstwiesen, Golfanlagen, naturnahe Grünflächenpflege, städtische Waldgesellschaften. Im nächsten Kapitel der privaten Beiträge zur ökologischen Stadtaufwertung steht der naturnahe Garten im Vordergrund, Fassaden und Dachbegrünungen, Kleingärten, Friedhöfe. Auch über Natur- und Landschaftsschutz, Biotop- und Artenschutz, Sport und Freizeit gibt es Kapitel. Es ist unmöglich, hier eine der Sache wirklich gerechte Rezension zu bringen, das Buch ist zu umfassend und damit notgedrungen unvollständig im Kleinen. Allerdings sitzt der Teufel im Detail. Es scheint, als ob gerade das Thema Naturgarten beim Autor nicht sehr aktuell ist. Kein Wort etwa über seit Jahrzehnten praktizierte Einsaaten wie den Blumen-Schotter-Rasen, kein Wort über die vielfältigen Möglichkeiten und Informationen, die es z.B. über den Naturgarten e.V. und sein Netzwerk gerade beim Thema Nachhaltigkeit gibt. Überhaupt sind aus Naturgartensicht etliche der Ansaatempfehlungen mit Vorsicht zu genießen, so werden etwas RSM-Mischungen benannt, wo es hier doch seit Jahren bessere und beste Alternativen gibt. Auch braucht man heute keine Rasenflächen mehr verwildern lassen, um zu Artenvielfalt zu kommen. Hilfreich bei der praktischen Umsetzung wäre es, botanische Namen im Text zu finden, um die Arten auch wirklich einsetzen zu können. Der Name Seifenkraut führt nicht sehr weit, zumal das Stichwortverzeichnis sehr zufällig ist und viel zu selten hilfreich. Auch das Literaturverzeichnis ist nicht alphabetisch geordnet. Wer suchet, der findet (nicht). Es ist leicht zu kritisieren und nahezu unmöglich, diesem Anspruch einer Nachhaltigen Stadtgestaltung bei 180 Seiten Umfang gerecht zu werden. Herbert Rothstein hat es versucht. Doch das zentrale Anliegen des Buches ...das Aufzeigen der Maßnahmen und die Vermittlung des Grundlagenwissens kann bei so einem Rundumschlag nur Fernziel sein. Deshalb: Für Einsteiger und Anfänger ist das ein sehr guter Überblick über ein schwieriges Thema. Für Profis leider zu ungenau und zuweilen widersprüchlich zur gängigen Naturgartenpraxis.
Reinhard Witt

Wieland, Dieter/ Bode, Peter/ Disko, Rüdiger
Grün kaputt. Landschaft und Gärten der Deutschen.
| Verlag: | Raben Verlag |
| ISBN: | 3922696430 |
| Seiten/Umfang: | Mittelformat, 210 Seiten, 330 Fotos |
| Erschienen: | 1992 |
| Preisinfo: | ab 19,90 Euro |
Eindrucksvolle Gegenüberstellungen von naturnahen Anlagen und künstlichen Gärten.

Wittig, Rüdiger
Siedlungsvegetation. Ökosysteme Mitteleuropas aus geobotanischer Sicht.
| Verlag: | Eugen Ulmer Verlag |
| ISBN: | 3800156423 |
| Seiten/Umfang: | Taschenbuch: 256 Seiten |
| Erschienen: | September 2008 |
| Preisinfo: | ab 19,90 Euro |
Vorweg: Dies ist kein Buch für jedermann. Es ist aber umso mehr eines für diejenigen mit großem Interesse an Wildpflanzen und den Einflüssen des Menschen darauf. Denn in unseren Städten und Dörfern ist eine Pflanzenwelt gewachsen und geworden, die sich zum Teil konträr zu den natürlicheren Bedingungen des Umlandes gibt: Es ist heißer im Sommer, trockener, offener. Es ist wärmer im Winter und windstiller. Fast alle städtischen Standorte sind geprägt durch Veränderung und Zerstörung. Das ist ein sehr spannender Bereich, denn welche Pflanzen halten die Spezies Mensch aus, ja profitieren sogar noch von ihm. Denn genau für diese eigenen Bedingungen gibt es eine eigene Pflanzenwelt. Dazu gehören heimische Arten und – immer mehr auch – nichtheimische, die an manchen Standorten schon dominieren. Dazu gehören Anpassungen, wie wir sie bei den C4-Pflanzen finden, die aufgrund anderer Stoffwechselbedingungen weniger Wasser verdunsten als die Konkurrenz. Auch die Regenerationsfähigkeit, die Anpassung an Veränderungen und Verschlechterungen und die Vermehrungsstrategien spielen eine Rolle. So verbreiten sich viele Siedlungspflanzen über den Wind, durch Kletten- oder Klebefrüchte. Rüdiger Wittig gelingt es in vortrefflicher Weise, die städtischen Wuchsbedingungen und die dazugehörige Pflanzenwelt zu beschreiben. Er belegt dies alles mit einer Unmenge wissenschaftlicher Arbeiten, zahlreichen Tabellen und Grafiken - zu denen er selbst etliches beigetragen hat. Nach den allgemeinen Bedingungen werden die einzelnen Pflanzengemeinschaften beschrieben, eingeteilt nach ihren pflanzensoziologischen Gruppen. Das alles geht nur mit botanischen Namen und ist damit Kennern vorbehalten. Wer mit Begriffen wie Urtico-malvetum neglectae (Brennnessel-Wegmalvengesellschaft) oder dem Arctio-artimisietum (Kletten-Beifuß-Gesellschaft) nichts anfangen kann, sollte die Finger vom Buch lassen. Doch wer ein vehementes Interesse an Wildpflanzen hat oder es erwerben will, der macht mit diesem Buch einen guten Kauf.
