BUGA 2019 in Heilbronn – MIT UNS!

Ortsbegehung des BUGA-Geländes am 15.2.2017

Frau Hagemeister, Ansprechpartnerin der BUGA 2019 GmbH für den Naturgarten e.V., bot einen Termin für eine Ortsbegehung mit dem Planungsbüro SINAI, zuständig für die Gesamtplanung des BUGA-Geländes, an. So kamen Vorstand Robert Schönfeld und die Gewinnerin des Wettbewerbes, Dipl.-ing. Jeannette Kebernik am Mittwoch, den 15. Februar 2017, bei schönstem Wetter in Heilbronn an. Gemeinsam mit Kerstin Lüchow von der Bundesgeschäftsstelle Naturgarten e.V. fuhren sie zum Bürogebäude der BUGA, wo sich Frau Hagemeister, Frau Böhme und Herr Faust vom Planungsbüro SINAI aus Berlin hinzugesellten.

Ein etwas abenteuerlicher Wegführte führte über die Bundesstraße zum BUGA-Gelände, glücklicherweise trugen alle Warnwesten. Von weitem sah man die angesäten Flächen mit dem Saatgut von Rieger-Hofmann, sowie eine steinige Böschung, die das neue Zuhause für die zahlreich hier lebenden Eidechsen sein soll. Es ging unter einer neuen Neckarbrücke hindurch, entlang des neu gestalteten und renaturierten Neckarufers.

Herr Faust erklärte während der Begehung den Planungsverlauf. Die Uferstege, bestehend aus afrikanischem Bongossiholz, sowie die gesamte Geländeplanie waren weitgehend fertiggestellt. Am anderen Ende des Geländes gelangen vom Busbahnhof aus die Besucher 2019 über einen der drei Eingänge in die Ausstellung.

Bei der Fläche, die für den Naturgarten e.V. vorgesehen war, wurden die mitgebrachten Pläne studiert. Geplante Nachbarn sind zurzeit die IHK, die Hochschule Heilbronn und Herr Jonas Reif mit "Blackbox-Gardening". Der Wunsch von Jeannette Kebernik nach recycelbaren Baustoffen, insbesondere Steine und Hölzer, stieß auf großes Interesse. Am Ende der Besichtigungstour wurde ein temporäres Baustofflager mit großen Sandsteinen und anderen Materialien besichtigt, die auf dem Gelände gefunden wurden. Ein paar Materialien könnte für das Naturgartenschaubeet interessant sein.

Gedanken zum BUGA-Wettbewerb des Naturgarten e. V. von Jeannette Kebernik

Entstehung
Herrlich, unser Verein wurde von der BUGA GmbH angefragt, einen 300 m² großen Naturgarten für die nächste BUGA zu planen und auszuführen!

Der Vorstand entschied: Von Mitgliedern geplant, von Mitgliedern ausgewählt.

Als ich dieses im Rundbrief gelesen hatte, war mein Planerherz entzündet – „suche ich nicht schon jahrelang auf den Gartenschauen nach naturnahen Flächen, erklimme abgelegene Hänge und suche Randbereiche ab“ … dachte ich und erinnerte mich an die vielen Besucher, in intensive Gärtnergespräche  und die prachtvollen Blütenkelche vertieft – Sehnsüchte wiederspiegelnd. Jetzt gilt es, dachte ich…

Gelände
Das BUGA-Gelände liegt am Neckar, unsere Fläche liegt im Zukunftspark Wohlgelegen. Es stehen dort traditionsreiche alte sowie moderne Industrie- und Gewerbegebäude. Die Ufer des Flusses werden jetzt renaturiert („Neckarhabitat“) und sollen der Natur und dem Naturerlebnis dienen.

Vor dem Ausbau zur Wasserstraße war der Neckar eine reich strukturierte Flusslandschaft. In der Umgebung gibt es kostbare Naturschutzgebiete, z. B. das NSG Altneckar, mit seinen Kiesbänken und Flachwasserzonen ist es Brut-, Rast- und Nahrungsplatz vieler Vogelarten. Dort findet man alte Bekannte wie Blau- und Gelbsterne, im Flussbett Flutenden Hahnenfuß , Rohrglanzgras, auf den Kiesbänken niedriges Echtes Barbarakraut, am Ufer Sibirische Schwertlilie und Wiesen-Schaumkraut – klasse, denke ich – wird gleich kopiert…

Konzept
Der erweiterte Vorstand hatte in Bad Malente 2016 beschlossen, dass ein gestalterisches Konzept den „Normalgärtner“ für den naturnahen Garten begeistern und die Wirkungen auf die Artenvielfalt zeigen soll. Plötzlich war mein Konzept geboren, Nachbar Neckar gab die Idee:

  • Flüsse dürfen nur noch gelegentlich Flüsse sein
  • Gärten dürfen nur noch gelegentlich …

Deshalb lässt der Naturgarten den Strom des Lebens mitten durch sich hindurch fließen!

Elemente
Also schwang ich meinen Bleistift für einen Fluss-Weg aus wassergebundener Wegedecke (Regio-Muschelkalk) über den Plan, in den Randbereichen mit Zwergglockenblume, Kartäusernelke, Grasnelke, Frühlingsthymian u.a. vitalisiert.

Nebenarme durften nicht fehlen, sie führen zum Holzdeck bei den VIP -Pflanzen und der quicklebendigen Regenwasser-Sickermulde sowie zu einem der drei Ausgänge des Gartens: den 4 Weidenspitzen geneigt als hohes Weidentor mit Blick vielleicht bis auf den Neckar.

Dieser „Fluss des Lebens“ erhielt auch einen Uferstreifen aus Kies 0-32 mit passenden Pflanzen, die z. T. Ufer assoziieren (Schwertlilien, Blaugrünes Schillergras). Aus dem Ufer wachsen mehrere grünlasierte „Maxi-Grashalme“ aus ca. 1,50 m hohen senkrecht eingebauten, wie Gräser flach und spitz grob bearbeitete Robinienstämme, welche Infotafeln tragen zu den verschiedenen Teilflächen.

Tier- und Pflanzenportraits sollen den Naturgarten „persönlich“ machen und eine besondere, in Heilbronn geschützte Blattschneiderbienen-Art, führt als dynamische Infobiene durch den Garten…

Im Zentrum des Gartens steht wie ein Wahrzeichen das Wildbienenhaus „Zum hohen Stamm“, vorbildlich in einem Sandbeet für Wildbienen platziert. Wer so im Zentrum steht, soll auch noch etwas künstlerisch bearbeitet werden, ein passender Vogelnistkasten wäre noch mein Traum.

Eine Anforderung der BUGA GmbH war, den Garten klar von der Umgebung abzugrenzen. Nichts leichter als das: der Entwurf zeigt eine auch teilweise zum Sitzen geeignete doppelhäuptige Trockenmauer aus gebrauchten Sandsteinen, einen Schnittguthaufen abgegrenzt mit Lärchen-Kanthölzern, eine duftige Wildrosenhecke, einen teilweise berankten Kastanienholzzaun und eine mittelhohe Wildobst- und Vogelhecke.

Weiterhin stellt sich die BUGA Heilbronn einen Garten vor, der jungen Familien die Artenvielfalt zeigt und Lust auf Natur im eigenen Garten macht. Im oberen Teil des Entwurfs wird deshalb auch eine moderne Stadtterrasse aus Recycling-Betonplatten und begrünten Beton-Kieselstein (Arena-Pflaster)-Streifen gezeigt. Auf dieser Fläche sind vielfältige kreative Pflanzgefäße geplant, den Hintergrund bildet der teilweise bewachsene Kastanienholzzaun, an dem Nisthilfen sowie hängende Pflanzgefäße angebracht sind. Sitzsteine und eine moderne low-budget-Bank laden zum Verweilen ein. Am Ende der Terrasse steht die zum Teil gesponserte und begrünte Gartenlaube, die als Info-Pavillon benutzt werden soll und gut zum Naturgarten als auch zu moderner Architektur passt.

Die noch nicht so bekannten Elemente Blumenkräuterrasen, Wärmeliebender Saum, Blumenschotterrasen, Blumenwiese für den Hausgarten und Fugenbegrünung finden ihren Platz und verknüpfen sich mit

Stauden am Gehölzrand, Stauden der mageren Wiesen und Halbtrockenrasen sowie den hübschen Rosenbegleitern. Drei Lebensraum spendende Hochstämme vervollständigen das Naturgartenbild gemeinsam mit den noch nicht erwähnten Mini-Biotopen Steinhaufen und Totholz.

Natürlich sind auch die Trockenmauern von Kopf bis Fuß begrünt. Außer der doppelhäuptigen wird auch noch eine rund geschwungene Recyclingmauer gebaut, einen ruhigen Sitzplatz umschließend.

Mehrere Sitz- und Liegemöglichkeiten sind geplant sowie das neue Thema: Fitness im Garten: Eine Reckstange in einer Sandfläche mit Holzplateau und ein langes Springseil im Rasen laden zum Bewegen und Spielen ein.

Ziele
Ihr, liebe Mitglieder solltet euch wiederfinden im Entwurf und euch sollten möglichst viele Naturgartenelemente, die es nicht sowieso schon in Fachzeitschriften und der BUGA gibt, gezeigt werden. Der Besucher findet in diesem Entwurf Elemente, die er gut im eigenen Umfeld (Hausgarten, Firmengelände, Schrebergarten…) umsetzen kann.

Lebendige Vielfalt, Kreativität, Nachhaltigkeit und Regionalität sind das Programm. Trotz der Vielfalt ist es Ziel, im Zentrum des Gartens stehend einen großzügigen Gartenraum vorzufinden, der einen herrlichen Gesamteindruck vermittelt.

Nach der BUGA darf sich eine Schule oder ein Kindergarten Heilbronns über die Pflanzen und Elemente an neuem Ort freuen!

Ausblick
Falls möglich, soll der Garten von einer Naturgarten-Firma, ergänzt durch Mitglieder und angehende Naturgarten-Profis im Herbst 2017 gebaut werden.

Es ist wohl schon im Geiste die Naturgarten-BASEC aus der Taufe gehoben worden… Was für ein Verein, mindestens so lebendig wie der Naturgarten selbst!

Dipl. Ing. Jeannette Kebernik
NATURNAHE FREIRAUMPLANUNG
In dem Vorderfelde 25
D - 99441 Kiliansroda
0 36 45 3 - 8 13 72
0157 88 60 66 44
hjkebernik(at)aol.com